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Tödlicher Unfall in Neuseeland Ballon kollidiert mit Hochspannungsleitung

Neuseeland steht unter Schock. Fünf Paare waren am Morgen zu einem Rundflug im Heißluftballon aufgebrochen. Doch bei der Landung passierte die Katastrophe: Der Ballon berührte eine Stromleitung und fing Feuer. Alle elf Insassen starben.

Wellington - Beim Absturz eines Heißluftballons sind in Neuseeland am Samstag elf Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Ballon bei der Landung in der Nähe von Carterton rund 90 Kilometer nördlich von Wellington eine Stromleitung gestreift und Feuer gefangen. Zwei der Insassen hätten noch vergeblich versucht, sich durch einen Sprung aus dem Korb zu retten.

Die fünf Paare und der Ballonfahrer waren am frühen Morgen zu einem 45-minütigen Rundflug über der Provinz Wairarapa aufgebrochen. Das Gebiet im Süden der neuseeländischen Nordinsel ist als beliebtes Ballon-Revier bekannt. Die Wetterbedingungen waren gut. Es herrschte klare Sicht und es gab wenig Wind.

"Als der Ballon zur Landung ansetzte, stieß er gegen die Kabel einer Stromleitung, was zur Funkenbildung im Korb führte", erklärte Polizeiinspektor Brent Register. Daraufhin sei der Ballon noch einmal kurz steil aufgestiegen, dann aber in Flammen aufgegangen und in ein Feld gestürzt.

Ein Augenzeuge berichtete im neuseeländischen Rundfunk, dass rund zehn Meter hohe Flammen aus dem Korb geschlagen seien. "Er kam runter wie eine Rakete."

Familienmitglieder, die ihren Angehörigen die Tickets für die Ballonfahrt zu Weihnachten geschenkt hatten und am Landepunkt warteten, mussten das Unglück hilflos mit ansehen. Zwei Krankenschwestern berichteten von schrecklichen Szenen. Sie beschrieben einen der vielen hektischen Telefonanrufe: "Kommt her, wir brauchen euch. Mama und Papa waren in einem Ballon-Unfall. Er ist in Flammen aufgegangen. Sie sind tot."

Pilot soll erfahrener Spezialist gewesen sein

"Es war schrecklich", zitierte die Zeitung "New Zealand Herald" auf ihrer Internetseite eine weitere Zeugin. "Er schoss hoch in die Luft, vermutlich wegen der Hitze, und wir sahen, wie zwei Menschen heraussprangen, und alle haben geschrien. Und dann, als die Hülle in Flammen aufging, fiel er einfach runter."

Zur Unfallursache ist bisher nichts bekannt. Bekannte beschrieben den Piloten als einen "tollen Kerl" und sehr erfahrenen Ballon-Piloten. Keiner könne sich die Tragödie erklären. Auch die Wetterbedingungen seien perfekt gewesen, sagten Augenzeugen.

Jetzt wurden Ermittlungen eingeleitet. Es werde Tage dauern, bis die Leichen offiziell identifiziert werden könnten, sagte ein Polizeisprecher. Es müsse geklärt werden, ob die Sicherheit von Abenteuer-Touristen in Zukunft verbessert werden könne, sagte Verkehrsminister Gerry Brownlee. Der Luftraum über der Unglücksstelle wurde zunächst gesperrt.

Das Unglück ist eine der schwersten Luftfahrt-Katastrophen in Neuseeland seit 1979. Damals prallte das Flugzeug einer neuseeländischen Airline in den Mount Erebus in der Antarktis und riss alle 257 Menschen an Bord in den Tod.

stk/dpa

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