Tödlicher Zusammenstoß Mercedes-Testfahrer rast in Unfallstelle

Tödlicher Unfall auf der Autobahn 81 bei Rottweil: Ein Mercedes-Testfahrer raste in ein Auto, das zuvor gegen die Leitplanke geprallt war. Der Testwagen schleuderte 250 Meter weiter, der Insasse kam schwer verletzt ins Krankenhaus - aber für den Mann aus dem anderen Fahrzeug kam jede Hilfe zu spät.

DPA

Rottweil - Bei einem Unfall mit einem Testwagen von Mercedes-Benz ist in der Nacht zum Samstag auf der A81 in der Nähe von Rottweil ein 26-jähriger Mann ums Leben gekommen.

Der 52-jährige Testfahrer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte. Der Unfall ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Oberndorf und Rottweil.

Vorangegangen war ein kleinerer Unfall: Dabei kam der junge Mann mit seinem Wagen aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Mittelleitplanke. Das beschädigte Auto kam auf der linken Spur zum Stehen. Zwei Autofahrer im Alter von 29 und 57 Jahren halfen dem Mann.

Nach bisherigen Ermittlungen verließ der 26-Jährige gerade sein Fahrzeug, als der Testfahrer die Unfallstelle erreichte. Er prallte mit dem jungen Mann zusammen, der sofort starb. Der Testwagen überschlug sich, schleuderte rund 250 Meter weiter und kam auf dem Dach zum Liegen. Der 57-jährige Ersthelfer erlitt leichte Verletzungen, als er über die Leitplanke sprang, um sich in Sicherheit zu bringen. Insgesamt entstand ein Sachschaden von 80.000 Euro.

Die Autobahn war Richtung Singen bis zum Morgen gesperrt. Wer die Schuld an dem Unfall hat, soll laut Polizei ein Gutachter klären. Gegen den Testfahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mercedes-Testfahrer in einen tödlichen Unfall verwickelt ist: Im Juli 2003 hatte Rolf F. durch Drängelei auf der A5 bei Karlsruhe einen Unfall verursacht - eine 21-jährige Frau und ihre zweijährige Tochter kamen dabei ums Leben. Rolf F. wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

hen/dpa/apn



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 318 Beiträge
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Seite 1
ostsachse 24.04.2010
1. Was hat ein Testfahrer
auf der Autobahn verloren? Das ist ja sozusagen ein Berufs-Raser, der kann jederzeit auch andere erwischen. Was in diesem Land alles erlaubt ist fürs Geschäft, erschreckt mich immer mehr....
Klapperschlange 24.04.2010
2. again
Zitat von sysopTödlicher Unfall auf der Autobahn 81 bei Rottweil: Ein Mercedes-Testfahrer raste in ein Auto, das zuvor gegen die Leitplanke geprallt war. Der Testwagen schleuderte 250 Meter weiter, der Insasse kam schwer verletzt ins Krankenhaus - aber für den Mann aus dem anderen Fahrzeug kam jede Hilfe zu spät. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,691031,00.html
Autobahnen sollten keine Teststrecken sein! Generell sollte max. Tempo 130 gelten, wer 30km/h schneller fährt und erwischt wird sollte 6 Monate laufen!
tanni95, 24.04.2010
3. Mich würde interessieren...
Zitat von sysopTödlicher Unfall auf der Autobahn 81 bei Rottweil: Ein Mercedes-Testfahrer raste in ein Auto, das zuvor gegen die Leitplanke geprallt war. Der Testwagen schleuderte 250 Meter weiter, der Insasse kam schwer verletzt ins Krankenhaus - aber für den Mann aus dem anderen Fahrzeug kam jede Hilfe zu spät. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,691031,00.html
...mit wieviel kmh war der Testfahrer unterwegs? Und hat er die öffentliche Straße schon zur Teststrecke gemacht? oder war er alsPrivatperson im Privat-PKW unterwegs?
schasas 24.04.2010
4. Ein schwarzes Schaf und die Folgen sind Vorurteile
Zuerst ist zu sagen, dass es den Beruf "Testfahrer" nicht gibt!!! Es fahren täglich hunderte von "Testfahrzeugen"(meist ganz gewöhnliche Serienfahrzeuge mit einer kleinen Veränderung am Fahrzeug z.B Lichtmaschine)aller deutschen Hersteller auf deutschen Straßen. Zumeist sitzen hier Ingenieure auf dem Fahrersitz, die wie jeder andere Familie haben und um ihr eigenes Wohl besorgt sind!!! Ausserdem werden richtige Testfahrten auf abgesicherten Teststrecken durchgeführt und nicht auf öffentlichen Straßen. Leider ist nun wieder ein schrecklicher Unfall passiert, jedoch sollte man nie jemanden vorverurteilen. Schwarze Schafe gibt es in jeder großen Firma, aber ob es sich hier einfach um einen "normalen Unfall" handelt oder nicht muss die Polizei klären.
plang 24.04.2010
5. Mercedes
Zitat von sysopTödlicher Unfall auf der Autobahn 81 bei Rottweil: Ein Mercedes-Testfahrer raste in ein Auto, das zuvor gegen die Leitplanke geprallt war. Der Testwagen schleuderte 250 Meter weiter, der Insasse kam schwer verletzt ins Krankenhaus - aber für den Mann aus dem anderen Fahrzeug kam jede Hilfe zu spät. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,691031,00.html
Am frühen Abend des 14.April erlebte ich auf der Autobahn Karlsruhe-München einen bei etwa 170 km/h unglaublich aggressiv Stoßstange an Stoßstange drängelnden Mercedes, der am Heck in kleiner Schrift "Werkswagen" oder so ähnlich vermerkt hatte. Ich erinnerte mich an den Unfall vor einigen Jahren und verstand, daß das wirklich nicht nur ein ungeschickter Fahrfehler der jungen Mutter gewesen sein mag. Mercedes sollte solche Farten nicht in Auftrag geben und/oder sich von solchen Mitarbeitern rigoros trennen.
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