Fischmarkt in Tokio Japaner ersteigert Thunfisch für mehr als 100.000 Euro

Auf Tokios Fischmarkt findet einmal pro Jahr die traditionelle Neujahrsauktion statt. Und stets bemüht sich der Chef einer Sushi-Kette, den besten Fang zu machen. Auch diesmal mit Erfolg.

Stolzer Besitzer: Restaurant-Chef Kiyoshi Kimura mit Riesen-Thunfisch
AP/dpa

Stolzer Besitzer: Restaurant-Chef Kiyoshi Kimura mit Riesen-Thunfisch


Der Chef der japanischen Sushi-Kette Zanmai, Kiyoshi Kimura, trägt auch dieses Jahr den teuersten Thunfisch der traditionellen Neujahrsversteigerung auf dem Tokioter Fischmarkt Tsukiji nach Hause. Kimura zahlte am Dienstag 14 Millionen Yen - umgerechnet 108.500 Euro - für den 200-Kilo-Fisch.

Das Tier war damit mehr als dreimal so teuer wie das 180-Kilo-Exemplar im Jahr 2015, für das Kimura umgerechnet etwa 31.000 Euro hingeblättert hatte. Im Jahr 2013 war der Restaurantbesitzer im Bieterwettkampf um einen Roten Thun mit einem Restaurant in Hongkong sogar bis auf umgerechnet 1,2 Millionen Euro gegangen. Danach gab es Beschwerden wegen ausufernder Preise.

Der Fischmarkt zieht um

Kimura versucht jedes Jahr, den besten Roten Thun auf der Auktion zu ersteigern. Das diesjährige Exemplar wurde vor der Küste der nordjapanischen Stadt Oma gefangen.

Die diesjährige Neujahrsversteigerung war die letzte in der 80-jährigen Tradition des Tokioter Fischmarktes Tsukiji, der auch bei Touristen beliebt ist. Er wird dieses Jahr an einen neuen Standort im Süden der Hauptstadt verlegt.

Japaner konsumieren drei Viertel des gesamten Thunfischfangs weltweit. Die Bestände des Roten Thuns - auch Nordatlantischer Thun oder Blauflossen-Thunfisch genannt - gelten im Pazifik als gefährdet.

sms/dpa/AFP



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insgesamt 5 Beiträge
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Mijnheer Pepperkorn 05.01.2016
1. Zan Mai ist die beste Sushi-Kette in Tokio
Kann man nur empfehlen, mein absoluter Favorit. Die haben mehrere Niederlassungen, die am Fischmarkt ist deren größtes Restaurant. Dazu gibt es noch fast gefrorenen Nihon shuu (Sake). Die Qualität des Thunfisches ist atemberaubend. Leider kann man in D so etwas nicht bekommen.
zeitmesser 05.01.2016
2. Schande !
Auch wenn uns Kommentator 1 durch seinen Alias weismachen will, dass er schon mal ein Buch zuende gelesen hat, sollte er sich schämen, eine Foodkette zu loben, deren fetter Besitzer sich damit brüstet, auch den letzten dicken Fisch aus dem Wasser holen zu können, solange man nur genug Geld dafür bezahlt.
vandertheken 05.01.2016
3. schade? Schande!
Ich find3 es überhaupt nicht schade, dass man in Deutschland keinen Fisch von der Roten Liste zu essen bekommt! Der Mann gehört hinter Gitter und steht in einer Reihe mit Leuten, die Nashornpulver konsumieren. man kann auch hervorragendes Sushi machen aus weniger vom Aussterben bedrohten Thunfischen.
rainer_daeschler 05.01.2016
4. Unterschied
Zitat von zeitmesserAuch wenn uns Kommentator 1 durch seinen Alias weismachen will, dass er schon mal ein Buch zuende gelesen hat, sollte er sich schämen, eine Foodkette zu loben, deren fetter Besitzer sich damit brüstet, auch den letzten dicken Fisch aus dem Wasser holen zu können, solange man nur genug Geld dafür bezahlt.
Thunfische werden ja mit dem Netz gefangen und nicht als Einzelexemplar nach Auftrag im Meer gejagt. Dass die besonderen Exemplare zu hohen Preisen an Sushi-Köche versteigert werden, ist nachvollziehbar. Bedauerlich, wenn darunter auch inzwischen gefährdete Sorten sind und Delphine als Beifang. Thunfisch ist allerdings ein weit verbreitetes Nahrungsmittel, besonders in Japan und nicht ausschließlich eine Delikatesse, wie Wale, die gezielt gejagt werden und auf die der japanische Gourmet dem Arterhalt zuliebe auch verzichten könnte.
walli_sp 06.01.2016
5. Informieren hilft
Zitat von rainer_daeschlerThunfische werden ja mit dem Netz gefangen und nicht als Einzelexemplar nach Auftrag im Meer gejagt. Dass die besonderen Exemplare zu hohen Preisen an Sushi-Köche versteigert werden, ist nachvollziehbar. Bedauerlich, wenn darunter auch inzwischen gefährdete Sorten sind und Delphine als Beifang. Thunfisch ist allerdings ein weit verbreitetes Nahrungsmittel, besonders in Japan und nicht ausschließlich eine Delikatesse, wie Wale, die gezielt gejagt werden und auf die der japanische Gourmet dem Arterhalt zuliebe auch verzichten könnte.
1. Beim Netzfischen gibt es erheblichen Beifang, der dazu führt, dass auch Fische, die (noch) nicht auf der roten Liste stehen dezimiert werden. Es gäbe durchaus die Möglichkeit, den Thunfisch per Leine zu fangen. Das wird in Europa auch praktiziert, weil der Netzfang hier schlicht verboten ist. 2. Die in Japan beliebten Sushithuns stehen sehr wohl auf der roten Liste, haben aber, weil keine Säugetiere, einfach nicht die Lobby von Flipper und free Willy.
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