Oklahoma: Tornado zerstörte 2400 Häuser

US-Flagge in Trümmern von Moore, Oklahoma: 2400 zerstörte Häuser Zur Großansicht
REUTERS

US-Flagge in Trümmern von Moore, Oklahoma: 2400 zerstörte Häuser

Zwei Tage nach dem schweren Tornado wird in Moore das ganze Ausmaß der Verwüstung deutlich: 2400 Häuser zerstörte der Sturm, der Sachschaden geht in die Milliarden. Zwei Dutzend Menschen kamen ums Leben. Bürgermeister Lewis regt nun Schutzräume für alle neuen Häuser an.

Washington - 24 Tote, rund 2400 zerstörte Häuser - das ist die Bilanz des schweren Tornados im US-Staat Oklahoma. Zwei Tage nach der Katastrophe rechnen die Rettungskräfte nun nicht mehr damit, weitere Überlebende oder Tote unter den Trümmern der Kleinstadt Moore zu finden. US-Präsident Barack Obama sprach von "einem der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte".

Weite Teile der Stadt müssen völlig neu aufgebaut werden. "Wir haben den Eindruck, dass es statt um Such- und Rettungsarbeiten jetzt um Wiederaufbau geht", sagte Bürgermeister Glenn Lewis.

Helfer wollten alle zerstörten Gebäude mindestens dreimal durchsuchen, berichtete Feuerwehrchef Gary Bird dem Sender CNN. Die Verwüstung sei so katastrophal, dass neue Straßenschilder angefertigt würden, damit sich die Einwohner in dem verwüsteten Gebiet halbwegs orientieren könnten.

Zugleich wurden Fragen laut, warum die meisten Häuser und öffentlichen Gebäude keine Schutzräume hatten. Die Region gilt als besonders Tornado-gefährdet. Laut CNN sprach sich Bürgermeister Lewis dafür aus, dass neue Mehrfamilienhäuser künftig einen Schutzraum einrichten müssten. Bisher gibt es dafür keine gesetzliche Anordnung. Keller und unterirdische Schutzräume bieten Experten zufolge den einzigen wirkungsvollen Schutz bei Tornados.

Der Sturm erreichte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde sogar die höchste Stufe auf der erweiterten Fujita-Skala. Es habe sich um einen Tornado Stärke EF5 mit Geschwindigkeiten von 320 Kilometern pro Stunde gehandelt, teilte die Behörde mit. Zunächst war sie von der zweithöchsten Stufe ausgegangen.

Die versicherten Schäden könnten sich auf mehr als eine Milliarde US-Dollar (mehr als 0,77 Milliarden Euro) summieren, sagte Kelly Collins von Oklahomas Versicherungsbehörde dem US-Sender CNN. Alle Gebäude zu ersetzen, würde nach einer Analyse des Versicherungsdienstleisters AIR Worldwide sogar mehrere Milliarden Dollar kosten.

hut/dpa

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guteronkel 27.05.2013
Ein Volk, welches viel Geld dafür verwendet um seine eigenen Bürger umzubringen (Todesstrafe), zum wiederholten Male "Opfer" von einem Sturm wird, und es bis heute nicht schafft sich angemessene, geeignete Schutzräume -zumindest in Schulen für die Kinder- zu bauen, verdient kein Mitleid.
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Tornados
Definition
Tornados sind Wirbelstürme. Sie entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten in Mitteleuropa häufig zusammen mit Gewittern auf. Dabei stülpt sich aus der Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch. In den USA erreichen Tornados im Extremfall Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde - meist sind es etwa 120 Kilometer pro Stunde. Den im Volksmund gebräuchlichen Begriff Windhose benutzen Meteorologen selten, weil er das meist folgenreiche Wetterphänomen ihrer Ansicht nach verniedlicht.
Entstehung
Tornados können wegen ihres zum Teil sekundenschnellen Entstehens oft nicht vorausgesagt werden. In europäischen Breiten löst sich das Phänomen in der Regel nach wenigen Minuten wieder auf. Ein Tornado bildet sich nach Angaben von Experten nur unter bestimmten Konstellationen. Wichtige sind große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und als eine Art Rüssel sichtbar wird.

Fotostrecke
Oklahoma: Riesenwirbelsturm über Moore

Karte
Fotostrecke
Grafiken: So wütete der Tornado

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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