Tuscaloosa - Eine bis zu 1,5 Kilometer breite Windhose und Geschwindigkeiten von bis zu 330 Stundenkilometern. Die Folgen der Sturmkatastrophe im Südosten der USA sind gewaltig: Bei der Serie von mehr als 160 Tornados sind seit Mittwoch mindestens 341 Menschen gestorben - allein im Bundesstaat Alabama forderten die Stürme 246 Opfer.
In der Geschichte der USA gab es nur bei einer Sturmkatastrophe mehr Tote. Am 18. März 1925 waren die Winde in den Staaten Missouri, Illinois und Indiana so heftig, dass 747 Personen ums Leben kamen. Wegen mangelnder Kommunikationswege und der im Vergleich zu heute ungenauen Wettervorhersage konnten die Bewohner nicht rechtzeitig gewarnt werden.
"Ich habe noch nie so eine Verwüstung gesehen. Es ist herzzerreißend", sagte US-Präsident Barack Obama am Freitag bei einem Besuch im Katastrophengebiet in Tuscaloosa. Den Betroffenen in Alabama und Mississippi sicherte er zu, dass sie Bundesmittel als finanzielle Unterstützung beantragen können.
Doch zunächst müssen die verwüsteten Städte aufgeräumt werden. Alabamas Gouverneur Robert Bentley sagte, die Schäden nach den Tornados seien so enorm und weit verbreitet, dass es wahrscheinlich noch Tage dauern werde, bis das ganze Ausmaß der Katastrophe abzuschätzen sei.
Zudem droht im Süden der USA jetzt auch noch eine Flutkatastrophe. Die Behörden der Bundesstaaten Louisiana und Mississippi warnten am Samstag davor, dass in den kommenden Tagen der Mississippi massiv über seine Ufer treten könnte. Für beide Staaten gilt der Notstand.
Als sei das noch nicht genug, haben die Bewohner in Tuscaloosa und anderen Städten ein weiteres Problem: Plünderer. "In der ersten Nacht haben sie meinen Schmuck, meine Uhr und eine Waffe gestohlen", berichtet ein Opfer. Weil die Polizei in Tuscaloosa mit der Situation überfordert ist, haben die Behörden die Nationalgarde um Unterstützung gebeten.
Die Naturkatastrophe hat nicht nur heftige Folgen für die Opfer, sondern auch für die Wirtschaft. Nach Einschätzung der Risikomodellierungsfirma Eqecat muss die Versicherungsbranche mit bis zu fünf Milliarden Dollar für die Schäden geradestehen.
rom/Reuters/dapd
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