Gegen Familientrennung Lena Dunham und andere Stars hält es nicht zu Hause

Sie wollten nicht mehr nur aus der Ferne twittern, sondern vor Ort Druck machen: Mehrere Hollywood-Stars sind an die US-Grenze zu Mexiko gereist, um ihrem Ärger über Trumps Einwanderungspolitik Luft zu machen.

AFP

Bei Twitter oder Instagram Protest zum Ausdruck zu bringen, ist eine Sache. Angesichts der Bilder von Kindern in Käfigen, die an der US-amerikanischen Grenze von ihren illegal eingewanderten Eltern getrennt wurden, wollten es mehrere Hollywood-Stars nicht dabei belassen: Sie brachen nach Texas auf, um vor Ort gegen Trumps "Null-Toleranz-Politik" und das Auseinanderreißen von Familien zu protestieren.

Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham, Sängerin Sia, Schauspielerin Amber Heard und andere Stars besuchten am Sonntag die Stadt Tornillo nahe der US-Grenze zu Mexiko, um ein Zeichen des Widerstands gegen die Trennung von illegal eingewanderten Familien zu setzen, wie der Sender CNN und andere Medien berichten.

"Wir sind nach Tornillo in Texas gekommen, um unsere Solidarität mit den Familien zu zeigen, die getrennt worden sind, mit den Kindern, die alleine sind, mit ihren traurigen Eltern und all den nicht erfassten Amerikanern, die mehr verlieren, als ich mir vorstellen kann", schrieb Dunham auf Instagram.

Dazu postete die Schauspielerin ein Foto von mehreren Stars, die in Tornillo Protestschilder hochhalten - und bedankte sich für Unterstützung unter anderem bei den Schauspielerinnen Mira Sorvino und Bella Thorne. Neben den Stars hatten sich Dutzende Aktivisten in Tornillo eingefunden, um gegen die Familientrennungen zu protestieren.

Offenbar unabhängig davon hatte es Schauspielerin Evan Rachel Wood ebenfalls nicht mehr zu Hause ausgehalten. Sie machte sich auch auf den Weg zu betroffenen Menschen vor Ort:

"Ich habe gerade einige Zeit mit Familien in einer der Unterkünfte verbracht, wo sie darauf warten, dass ihr Fall bearbeitet wird oder dass sie abgeholt werden. Hab stundenlang mit den Kindern gespielt", schrieb die Schauspielerin bei Instagram. Sie fügte hinzu, die Kinder hätten offensichtlich viel hinter sich und bräuchten unter anderem Medikamente.

Trumps harte Linie

US-Präsident Donald Trump hatte mit der Trennung von illegalen Einwanderern in den USA und darüber hinaus einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. Die US-Regierung ließ Eltern ins Gefängnis stecken, ihre Kinder wurden separat von ihnen zunächst in Lagern untergebracht. Sie sollten danach in Heimen oder Pflegefamilien leben.

Nach der heftigen Kritik, auch aus den eigenen Reihen, hatte Trump zuletzt eine Kehrtwende vollzogen, indem er die umstrittenen Trennungen von Familien an der Grenze zu Mexiko beendete. Dennoch verfolgt er weiterhin eine harte Haltung.

Statt den Eltern die Kinder wegzunehmen, könnten Familien in den USA künftig zunächst gemeinsam inhaftiert werden. Trump forderte zuletzt zudem, dass illegale Einwanderer sofort und ohne Verfahren wieder ausgewiesen werden sollten. Mehr dazu lesen Sie hier.

fok



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