Toskana Gebrochene Waggonachse stammt aus Deutschland

Während die Zahl der Todesopfer im italienischen Viareggio steigt, ist die Ursache des Zugunglücks weiter unklar. Ermittler haben Probleme mit der Achse als denkbaren Auslöser genannt. Das Bauteil stammt einem Magazinbericht zufolge offenbar aus Deutschland.


Zurück zur Normalität: Aufräumarbeiten in Viareggio
dpa

Zurück zur Normalität: Aufräumarbeiten in Viareggio

München - Nach dem schweren Zugunglück im italienischen Viareggio hat sich jetzt herausgestellt, dass die gebrochene Achse des Unglückswaggons offenbar Anfang des Jahres als Ersatzteil aus Deutschland geliefert wurde. Das bestätigte der Leiter der italienischen Eisenbahn-Sicherheitsbehörde ASNF, Alberto Chiovelli, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Die Radsatzwelle von der Jungenthal-Waggon in Hannover sei im März von der Wartungsfirma Cima Riparazioni in Mantua montiert worden, sagte Chiovelli laut "Focus". Jungenthal-Waggon gehört laut dem Bericht dem deutschen Ableger der US-Firma GATX. Deren österreichische Tochter sei die Vermieterin der verunglückten Waggons. Ein Teil der GATX-Kesselwagen stamme aus Beständen der Deutschen Reichsbahn der DDR.

In der Nacht zum Dienstag war im Bahnhof der Stadt Viareggio ein mit Flüssiggas betankter Kesselwaggon explodiert.

Nach aktuellen Informationen starben bei dem Unglück mindestens 22 Menschen, bis zu 30 weitere Menschen sind zum Teil schwerverletzt. Durch die Wucht der Explosion wurden außerdem mehrere Häuser in der Umgebung zerstört.

Ob tatsächlich eine gebrochene Achse den verheerenden Unfall in dem westtoskanischen Urlaubsort verursachte, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Ermittler ziehen diese Möglichkeit jedoch in Betracht.

GATX Rail Europe kündigte am Freitag an, die Achsen an sämtlichen Waggons zu testen und zu ersetzen. Die Firma betonte, dies bedeute nicht, dass ein Fehler an den Teilen für die Explosion eines Waggons Anfang der Woche verantwortlich sei. Es handle sich um eine Sicherheitsmaßnahme, um das Vertrauen des Kunden in die Waggons wiederherzustellen.

can/AP/Reuters



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