Vermisster Zweijähriger in Spanien Rettungsschacht zu schmal - Arbeiten verzögern sich

In Spanien gab es erneut einen Rückschlag bei der Suche nach dem zweijährigen Julen. Ein eigens gegrabener Hilfsschacht ist zu schmal, den Helfern geht wertvolle Zeit verloren.

REUTERS

Bei der Suche nach einem vermissten Kleinkind in der spanischen Gemeinde Totalán gibt es neue Probleme. Der Junge war vor mehr als einer Woche offenbar in ein knapp 110 Meter tiefes Bohrloch gefallen. Nachdem es Helfern am Montagabend gelungen war, einen Hilfsschacht fertigzustellen, passten die zu dessen Stabilisierung vorgesehenen Metallrohre nicht.

Beim Herablassen der Stabilisierungsrohre seien die Spezialisten in 40 Meter Tiefe auf Schwierigkeiten gestoßen, sagte ein Regierungssprecher in Málaga. Die Arbeiten zur Verbreiterung des Schachtes liefen, es sei jedoch nicht abzusehen, wie lange diese dauern würden.

Sobald der Schacht durch die Rohre stabilisiert ist, soll ein Team von Bergbauexperten in den Schacht gehen und mit dem Bau eines vier Meter langen horizontalen Verbindungstunnels bis zum Bohrloch beginnen, in dem der Junge vermutet wird.

Sie würden sich mit Spitzhacken und Schaufeln, gegebenenfalls auch mit kleineren Explosionen und Presslufthämmern durch den Felsen zu kämpfen versuchen, sagte der Sprecher der Einsatzkräfte Ángel García Vidal. Er rechnet für diese Arbeit mit insgesamt 20 bis 24 Stunden.

Fotostrecke

10  Bilder
Spanien: Dramatische Suche nach Zweijährigem in Bohrloch

Julen war nach Angaben seiner Familie am 13. Januar in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Der 110 Meter tiefe Erkundungsschacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war örtlichen Medien zufolge im Dezember bei der Suche nach Wasser gebohrt worden. Demnach war der Schacht nicht abgesichert und nicht gekennzeichnet.

Mit einem Großaufgebot versuchen Hunderte Einsatzkräfte seitdem, den Jungen zu finden. Geröll und Erde, die Julen bei seinem Sturz offenbar mit sich gerissen hatte, blockieren in etwa 70 Metern Tiefe das Loch. Zudem ist es mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern zu eng für die Einsatzkräfte. Seit Beginn des Einsatzes gab es kein Lebenszeichen von Julen.

bbr/AFP/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.