Oldenburg - Schon kurz nach der Auffahrt im niedersächsischen Stuhr prallte ein 40-Tonner am Dienstag mit mehreren Wagen zusammen. Der Fahrer des Lkw war falsch auf die Autobahn Richtung Hamburg gefahren und hatte versucht, auf der Fahrbahn zu wenden. Dem Manöver konnten mehrere entgegenkommende Autos nicht ausweichen: Zwei Menschen starben bei dem Unfall, fünf Personen wurden verletzt. Mindestens vier Fahrzeuge waren verwickelt, wie die Autobahnpolizei Ahlhorn am Dienstagabend mitteilte.
Der Lkw-Fahrer flüchtete zunächst. Nach mehreren Kilometern konnte er allerdings in der Nähe von Bremen von der Polizei gestellt werden. Einzelheiten zu Identität, Alter, Geschlecht und Herkunft der Opfer sind noch nicht bekannt. Die A1 blieb bis etwa 5 Uhr am Mittwochmorgen komplett gesperrt. Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz.
In den vergangenen Wochen hatten mehrfach schwere Unfälle mit Geisterfahrern Schlagzeilen ausgelöst. Erst am Sonntag starben zwei Menschen auf der A52 im nördlichen Ruhrgebiet, weil ihr Wagen mit einem Falschfahrer zusammenprallte.
Im November ereignete sich ein Zusammenstoß mit sechs Toten auf der A5, den ein Falschfahrer verursacht hatte. Auf der A2 starb im selben Monat ein Geisterfahrer. Im Oktober hatten sich zwei weitere tödliche, durch Geisterfahrer verursachte Unfälle ereignet.
Es werden zurzeit verschiedene Möglichkeiten diskutiert, mit denen sich ein falsches Auffahren auf Autobahnen verhindern lassen könnte - wie etwa Warntafeln und Lichter, die bei falscher Einfahrt blinken. Auch technische Möglichkeiten im Fahrzeug selbst könnte es in Zukunft geben: Technologien, die den Fahrer akustisch warnen, werden beispielsweise entwickelt. Auch Radarsender in den Autos könnten zukünftig zur Erkennung von Falschfahrern eingesetzt werden.
Laut einer Auswertung des ADAC gibt es vor allem in großen Städten und am Wochenende viele Falschfahrer. Die Gefahr, auf eine falsche Spur zu kommen, sei auf kurzen Autobahnen und Verbindungsstrecken am größten.
kha/aar/dpa/dapd
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