Trauer in Newtown: 26 Glockenschläge für die Opfer
Newtown trauert um die Opfer des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule: Genau eine Woche nach der schrecklichen Tat verharrte der Ort eine Minute lang in Schweigen, für jedes der Opfer wurden einmal die Kirchenglocken geschlagen.
Newtown - Mit Glockengeläut hat die Stadt Newton im US-Bundesstaat Connecticut der Opfer des Schulmassakers vor genau einer Woche gedacht. 26 Glockenschläge erinnerten um 9.30 Uhr Ortszeit an die 20 Kinder und sechs Erwachsenen, die dem Amoklauf in einer Grundschule zum Opfer gefallen waren. Der Täter hatte zuvor schon seine Mutter erschossen und sich in der Schule das Leben genommen.
Der Ort verharrte in Schweigen, die Fahnen wehten im Regen auf halbmast. Dem Weißen Haus zufolge beteiligte sich auch Präsident Barack Obama an der Schweigeminute. Viele Bundesstaaten hatten ihre Bürger aufgerufen, an dem kurzen Gedenken teilzunehmen.
In einer Videobotschaft berichtete Obama von einer Welle der Zustimmung für eine Verschärfung des Waffenrechts. Den Unterzeichnern einer Online-Petition versicherte er: "Wir hören Sie." Es ermutige ihn, dass viele Waffenbesitzer meinten, man könne Schritte zur Verhinderung tödlicher Schießereien unternehmen, die sowohl die Rechte der Amerikaner wahrten als auch ihre Kinder schützten. "Ich werde alles in meiner Macht als Präsident stehende tun, diese Bemühungen voranzubringen, denn wenn wir als Land auch nur eine einzige Sache tun können, um unsere Kinder zu schützen, dann sind wir in der Pflicht es zu versuchen."
Die erste Pressekonferenz der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA) in Washington wird mit Spannung erwartet (16.45 Uhr MEZ, im Livestream bei SPIEGEL ONLINE). Die NRA hatte mit der Erklärung überrascht, sie wolle mithelfen, dass solche Verbrechen nicht mehr passieren. Bisher hatte die NRA eine Verschärfung der laxen Waffengesetze in den USA stets vehement abgelehnt. Seit dem Schulmassaker sind die Waffenlobbyisten aber stark unter Druck geraten.
Unterdessen begann eine von Präsident Obama eingesetzte Kommission mit ihrer Arbeit. Unter Führung von Vizepräsident Joe Biden soll sie im Januar Vorschläge im Kampf gegen die Waffengewalt vorlegen. Vor allem die gefährlichen halbautomatischen Sturmgewehre sind ins Zentrum der Kritik geraten. Mit ihnen lassen sich teilweise ohne Nachladen besonders schnell Hunderte Schuss abfeuern. Diese Waffen waren bereits von 1994 bis 2004 verboten, unter Präsident George W. Bush lief das Verbot aber aus. Auch der 20 Jahre alte Amokläufer Adam Lanza hatte ein solches Gewehr benutzt.
Außerdem fordert Obama unter anderem eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern. Es müsse verhindert werden, dass Kriminelle oder psychisch gestörte Menschen an Schusswaffen kommen. Obama machte aber bereits klar, dass am grundsätzlichen Recht zum Waffentragen in den USA nicht gerüttelt werden soll.
wit/dpa/AP
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Fläche: 9.632.000 km²
Bevölkerung: 310,384 Mio.
Hauptstadt: Washington, D.C.
Staats- und Regierungschef: Barack Obama
Vizepräsident: Joseph R. Biden
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