Gedenken an Rüdiger Butte: Trauer um getöteten Landrat

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beim Gedenkgottesdienst für Rüdiger ButteZur Großansicht
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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beim Gedenkgottesdienst für Rüdiger Butte

Hameln unter Schock: Vor dem Kreishaus, in dem ein Rentner den Landrat Rüdiger Butte erschossen hat, liegen Blumen und brennen Kerzen. Zu einer Gedenkfeier kamen mehr als 500 Menschen. Die Ermittlungen dauern an.

Hameln - Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf Landrat Rüdiger Butte (SPD) in Hameln können die Bewohner der Stadt noch immer nicht fassen, was sich am Tag zuvor zugetragen hat. Vor dem Kreishaus, in dem ein Rentner den 63-Jährigen mit einem Revolver erschossen hat, haben sie Blumen abgelegt und Kerzen angezündet. Auf eine Fensterscheibe hat jemand Fotos des Opfers geklebt. Am Freitagabend nahmen mehr als 500 Menschen an einer Gedenkfeier für Butte in Hameln teil.

"Die Ermittlungen laufen weiter", sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Der Täter, ein 74 Jahre alter Mann, hatte sich nach der Bluttat selbst erschossen. Fest steht bislang, dass der Todesschütze ein Waffennarr war und seit Jahren Ärger mit der Justiz und der Verwaltung hatte.

Es habe "verwaltungsrechtliche Auseinandersetzungen" gegeben, sagte Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Bereits 1988 sei dem 74-Jährigen sein Waffenschein abgenommen worden. 2009 wurde er demnach wegen Waffenbesitzes verurteilt. Er war auch wegen anderer Delikte aufgefallen, unter anderem wegen Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrug.

Seit Tagen wartete der Täter auf einen Termin

Nach Angaben der Polizei hatte der Todesschütze am Freitag längere Zeit auf den Landrat gewartet. Kurz nachdem Butte den 74-Jährigen dann am Vormittag persönlich mit in sein Dienstzimmer genommen hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung. Dann fielen die tödlichen Schüsse aus einem Revolver vom Typ "Smith & Wesson 357 Magnum".

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Hameln: Rentner erschießt Landrat

Seine Tat hatte der Mann wohl schon länger geplant. Nach Angaben der Polizei hatte der 74-Jährige tagelang versucht, einen Termin beim Landrat zu erhalten. Die Stadt reagierte entsetzt. "Ganz Hameln steht unter Schock", sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes.

"Ich bin tief betroffen", sagte auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Butte sei ein "wunderbarer Mensch" gewesen, "immer freundlich, zugewandt und motivierend". Weil erklärte, er werde Butte "immer dankbar sein" für dessen Einsatz als Chef des niedersächsischen Landeskriminalamts und als Landrat. Das Mitgefühl der Landesregierung sei bei Buttes Frau und seiner Familie.

"Mir fehlen die Worte nach solch einer grausamen Tat", teilte Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einem Statement mit. Butte sei ein geradliniger, kompetenter und erfahrener Kommunalpolitiker sowie ein ausgewiesener Kriminalist und allseits geschätzter Kollege in der Polizei gewesen.

Rüdiger Butte war seit 1986 Mitglied der SPD und seit August 2005 Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont. Zuvor war der 63-Jährige von 2001 an Direktor des Landeskriminalamts Niedersachsen gewesen. Der verheiratete Politiker hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

jjc/dpa

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