Trier Behörde gibt Panther zum Abschuss frei

Streift in den Wäldern im Kreis Trier-Saarburg ein schwarzer Panther umher? Gleich mehrere Augenzeugen wollen die Raubkatze zuletzt gesehen haben. Die Behörden nehmen die Gefahr ernst und haben das Tier jetzt zum Abschuss freigegeben.


Trier/Koblenz - Seit über einem Jahr streift offenbar ein schwarzer Panther durch die Wälder im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg. Immer wieder wollen Augenzeugen das exotische, eigentlich in den Savannen Afrikas lebende Tier gesehen haben, alleine seit August gingen aus der Region Trier vier Meldungen ein.

Jetzt haben die Behörden auf den Panther-Alarm reagiert und die unter strengem Artenschutz stehende Großkatze zum Abschuss freigegeben. Die Obere Naturschutzbehörde habe eine Ausnahmegenehmigung erlassen, sagte eine Sprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord.

Der schwarze Panther - nach Tigern und Löwen die drittgrößte Raubkatze der Welt - war erstmals vor einem Jahr in den belgischen Ardennen gesichtet worden. Danach tauchte das exotische Tier in Luxemburg, Belgien, in der Eifel und zuletzt im Kreis Trier-Saarburg auf. Es könnte sich um eine Raubkatze handeln, die vor über einem Jahr aus einem französischen Gehege ausgebrochen ist.

Eine Augenzeugin berichtete: "Für ein Kalb war das Tier zu kompakt und für einen Hund zu groß". Ein Lastwagenfahrer will gesehen haben, wie ein "großes schwarzes Tier" die Straße in zwei Sätzen überquerte. "Wir nehmen die Hinweise sehr ernst", versichert ein Kreissprecher. Und Axel Schmidt, Biologe bei der Oberen Naturschutzbehörde, sagt: "Wir sind überzeugt, dass es diesen Panther tatsächlich gibt."

Seine Behörde habe keine andere Wahl, als das Tier töten zu lassen, beteuert Schmidt. "Wenn man überlegt, was ein Pitbull mit Kindern anrichten kann, dann wollen wir nicht verantwortlich sein, wenn dieser Panther in Wohngebiete gelangt." Eine Betäubung sei nicht möglich. Denn bis diese wirke, dauere es sieben Minuten. Bis dahin könne das Tier im Dickicht der riesigen Eifelwälder fliehen.

Erschwerend komme hinzu, dass Panther als einzige Raubkatzen auf Bäume kletterten. Eine generalstabsmäßige Suchaktion der Polizei halte er daher für aussichtslos. "Wichtig ist, dass Förster und Jäger die Augen aufhalten und nicht zögern, abzudrücken", betont der Biologe.

Weiterhin Zweifel an der Existenz des ominösen Eifel-Panthers hat der Wildtierbetäuber Heino Krannich. Etliche Stunden hatte er sich vor einem Jahr in Belgien auf die Lauer gelegt, um das Tier aufzuspüren. Vergeblich. Alle Spuren, die ihm vorgelegt worden seien, hätten sich letztlich als Fälschungen herausgestellt. "Einmal wollte man uns mit einer Panther-Silhouette aus einem schwarzen Bademantel veräppeln", erinnert er sich.

Trotzdem wolle er nicht hundertprozentig ausschließen, dass es das mysteriöse Tier geben könnte. "Es ist aber Unfug, ihn zu töten", betont er. Mit einer Meute Hunde ließe sich der Panther auf einen Baum jagen und dann per Pfeil betäuben, sagt Krannich. Ihn wundere bloß, dass der Panther noch keine Ziegen oder Schafe gerissen habe.

kng/dapd/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.