Tsunami in Thailand Britische Geschwister finden Helfer nach zehn Jahren wieder

Bei dem Tsunami von 2004 verloren die Geschwister Ben und Emily Willgrass aus Newcastle ihre Mutter. Auf der Insel Phuket fanden sie Unterschlupf bei einem thailändischen Paar. Im Schatten der Katastrophe brach der Kontakt ab - bis jetzt.

Suchaufruf auf Facebook: Die Geschwister Ben und Emily Willgrass aus Newcastle

Suchaufruf auf Facebook: Die Geschwister Ben und Emily Willgrass aus Newcastle


Bangkok - Als Emily und Ben Willgrass 13 und 15 Jahre alt waren, machten sie mit ihren Eltern Urlaub in Thailand. Plötzlich brach die Katastrophe über sie hinein, ein zerstörerischer Tsunami fegte über Südostasien. Das Geschwisterpaar verlor seine Mutter.

Bei einem thailändischen Ehepaar fand die Familie Unterschlupf. Die Retter fuhren die beiden Jungendlichen und deren Vater sogar noch ins 870 Kilometer entfernte Bangkok zum Flughafen. "Wir können unsere Dankbarkeit nicht in Worte fassen", schreiben die Willgrasses in einem Facebook-Post.

Zehn Jahre hatten die Willgrasses keinen Kontakt zu ihren Rettern. Sie kannten von dem Ehepaar nur die Vornamen, Yupin und "Pitchat". Am 20. Juli wollen beide nach Phuket reisen und bei der Gelegenheit ihre Helfer treffen. Bei Facebook starteten sie einen Aufruf. "Im schlimmsten Moment unseres Lebens waren Upin und Pitchat für uns und unsere Familie da und nun versuchen wir, sie zu finden", schreiben die Geschwister.

Innerhalb von 24 Stunden war das Paar gefunden, wie die Zeitung "The Phuket News" auf seiner Onlineseite berichtete. Eine Verwandte des Mannes, der eigentlich Pichet heißt, entdeckte den Aufruf im Netz - und informierte eine Zeitung.

"Ich freue mich, dass die beiden sich an uns erinnern und dass wir uns wiedersehen", sagte Yupin dem Blatt "Daily News". Sie und ihr Mann sind mittlerweile getrennt, Pichet will jedoch für das Wiedersehen nach Phuket reisen. "Ich weiß ihren Besuch wirklich zu schätzen", sagte er.

Bei dem Tsunami an Weihnachten 2004 starben rund um den Indischen Ozean mehr als 230.000 Menschen, davon 8000 in Thailand. Die Wellen überschwemmten Dörfer und Ferienanlagen in Phuket und weiter nördlich in Khao Lak.

gam/dpa

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