Tücken der Technik Thailändischer Minister in BMW gefangen

Autos aus der Bundesrepublik gehören zu den Besten der Welt. Doch manchmal gibt auch deutsche Technik ihren Geist auf - und dann geht nichts mehr. Diese Erfahrung musste nun der thailändische Finanzminister machen, der in seiner bayerischen Dienstlimousine gefangen wurde.


Bangkok - Mitten auf der Straße sei sein Dienst-BMW einfach stehen geblieben, berichtete der thailändische Finanzminister Suchart Jaovisidha. Fenster und Türen blockierten, die Klimaanlage schaltete sich ab. Minister und Fahrer saßen fest.

Auf normalem Weg aus dem Fahrzeug zu entkommen, war nicht möglich. Mit Handzeichen gelang es den Insassen schließlich, Passanten auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen.

Doch erst ein herbeieilender Wachmann konnte mit dem beherzten Zertrümmern einer Scheibe den Minister befreien. "Wir konnten kaum noch Atmen, weil die Klimaanlage ausgefallen war", sagte Jaovisidha später zu Reportern. "Und selbst als der Wachmann einen Hammer holte, dauerte es. Die Scheiben erwiesen sich als sehr widerstandsfähig." Schuld an der Panne sei ein Fehler des Bordcomputers gewesen. "Es war äußerst unangenehm, weil nichts mehr funktionierte und alles verschlossen war."

Nachdem er durch das zerschlagene Fenster geklettert sei, habe er zu Hause seinen privaten BMW geholt und sei zum Ministerium gerast. Dort warteten Zentralbankvertreter aus 17 Ländern auf den Finanzminister, der mit einstündiger Verspätung die Konferenz über einen neuen asiatischen Anleihenmarkt eröffnete.

Jaovisidha hatte den Dienst-BMW erst zwei Tage zuvor bekommen - als Ersatz für einen Mercedes, der ebenfalls kaputt gegangen war.



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