Unglück bei Istanbul Flüchtlingsboot am Bosporus gesunken - viele Tote

An der Bosporus-Mündung im Schwarzen Meer ist ein Boot gesunken, auf dem sich Dutzende Flüchtlinge befunden haben sollen. 24 Leichen wurden geborgen, darunter offenbar viele Kinder.

REUTERS

Istanbul - Die türkische Küstenwache ist mit sieben Rettungsbooten, einem Team von Tauchern und einem Helikopter im Einsatz: Ein Boot, auf dem Dutzende Flüchtlinge vermutet wurden, sei in der Nähe der Mündung des Bosporus in das Schwarze Meer gesunken, teilte die Küstenwache in Istanbul mit. Den Angaben zufolge wurden bislang 24 Leichen geborgen, sieben Menschen wurden lebend aus dem Wasser gerettet.

Die meisten Toten seien Kinder, zitierte die Zeitung "Hürriyet" auf ihrer Website Mitglieder der Rettungskräfte. Laut dem türkischen Sender NTV könnten sich rund 40 Flüchtlinge an Bord des Schiffs befunden haben. Bestätigt sind diese Angaben jedoch nicht.

Laut türkischem Militär stammen die Flüchtlinge an Bord aus Afghanistan und Syrien. Der Schiffsagentur GAC zufolge soll sich das Boot auf dem Weg in die rumänische Hafenstadt Constanta befunden haben. Zur Unglücksursache gibt es bislang keine Angaben.

Der Bosporus ist eine der am meisten genutzten Wasserstraßen der Welt, über die unter anderem russische Öllieferungen und andere Rohstoffe transportiert werden. An beiden Seiten der Meerenge liegt die Millionenmetropole Istanbul.

Viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten versuchen über die Türkei in die Europäische Union zu gelangen. Häufig sind sie auf unsicheren und überfüllten Booten unterwegs - meist jedoch im Mittelmeer und nicht im Schwarzen Meer. Am 10. September waren nahe Malta rund 500 Menschen ertrunken, nur zehn überlebten das Unglück. Seit Jahresbeginn kamen nach Uno-Angaben mehr als 2500 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

wit/Reuters/AP



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