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TV Total: Raab bezeichnete Mutter als Drogendealerin

TV-Lästermaul Stefan Raab hat neuen Ärger: In seiner Sendung hatte er Bilder einer Frau mit ihrer Tochter bei deren Einschulung gezeigt und die Mutter als "perfekt getarnte Drogendealerin" bezeichnet. Die Frau verlangt nun Schmerzensgeld.

Komiker Raab: Witze auf Kosten Anderer
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Komiker Raab: Witze auf Kosten Anderer

Hamburg - Beim Jahresrückblick des ZDF gab sich Stefan Raab extrem locker: Natürlich müsse es ein Ralf Schumacher abkönnen, wenn er ihn in seiner Sendung als "Porno-Ralle" bezeichne. Schließlich habe der Rennfahrer ja auch in Erotikunternehmen investiert. Auch ein Moderator, der für Wurst werbe, müsse es sich schließlich gefallen lassen, dass er "Wurst-Johannes" genannt werde, sagte der bis zu den Ohrenspitzen grinsende Raab in der Sendung, die Johannes B. Kerner moderierte.

Doch Raab witzelt nicht nur auf Kosten Prominenter. Seine Sendung "TV Total" lebt auch davon, dass einfache Bürger ins Rampenlicht gezerrt werden - und verspottet werden. Die Liste der Raab-Opfer ist lang: Regina Zindler (Maschendrahtzaun), Lisa Loch, deren Namen der Moderator zu derben Witzen nutzte, oder eine Hundebesitzerin, die mit Sodomie in Verbindung gebracht wurde.

Und der nächste Ärger steht schon ins Haus: Eine Frau aus Frankfurt am Main hat beim Landgericht Berlin Klage eingereicht. Wie ihr Anwalt Frank Roeser gegenüber SPIEGEL ONLINE mitteilte, soll Raab die Frau in seiner Sendung als "perfekt getarnte Drogendealerin" bezeichnet haben. Dazu zeigte der ProSieben-Komiker Bilder des Hessischen Rundfunks, auf denen die Frau mit ihrer Tochter Vanessa bei deren Einschulung zu sehen war. Kurzzeitig habe die Mutter die Schultüte im Arm gehalten.

In der Klage, die heute nach Angaben einer Sprecherin beim Landgericht einging, wird Raab auf 90.000 Euro verklagt. Der Anwalt vertritt auch die Schülerin Lisa Loch, deren Namen Raab für anzügliche Witze genutzt hatte. Der Fall ist derzeit beim Bundesgerichtshof anhängig.

Von Stefan Raab war keine Stellungnahme zu bekommen. Eine Sprecherin der Produktionsfirma Brainpool verwies auf Raabs Manager Bert Waldau. Doch auch dieser wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE keine Stellung nehmen.

Zunächst hatte die Nachrichtenagentur dpa berichtet, Raab habe das Mädchen als "Drogendealerin" bezeichnet. Später wurde diese Meldung korrigiert. Raab habe nicht das Kind, sondern die Mutter veralbert.

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