Metro-Unglück in Washington Eine Tote und 83 Verletzte in verrauchter U-Bahn

Es ist der Albtraum jedes Pendlers: Die U-Bahn stoppt mitten im Tunnel, das Licht geht aus und plötzlich ist alles voller Rauch. In der US-Hauptstadt saßen Hunderte Fahrgäste in einer verqualmten Metro fest. 83 Menschen wurden verletzt, eine Frau starb.


Washington - Die U-Bahn stoppte mitten im Tunnel. Das Licht ging aus - und plötzlich war alles voller Rauch. In der US-Hauptstadt Washington D.C. brach am Montagmittag (Ortszeit) in einer Metro Panik aus. 83 Passagiere wurden verletzt, eine Frau starb.

Der Vorfall ereignete sich in der "Yellow Line" unweit der Station L'Enfant Plaza, einer besonders frequentierten Station im Zentrum der US-Hauptstadt. Hunderte Fahrgäste wurden aus der Station evakuiert. Die Menschen im Zug mussten offenbar bis zu einer Stunde in den verrauchten Waggons ausharren, bis die Feuerwehr eintraf und sie befreite. Viele hätten gewürgt, manche seien ohnmächtig geworden, erzählen Betroffene.

"Es war alles voller Rauch. Wir konnten uns nicht mehr sehen. Es fühlte sich an, als ob wir sterben würden", sagte Saleh Damiger, die im Zug saß, der "Washington Post". "Es wurde sehr schnell sehr unheimlich", zitiert die Zeitung einen anderen Fahrgast. "Menschen haben geschrien, eine Frau hat gebetet."

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Unglück in Metro in DC: "Wir dachten, wir würden sterben"
Einige Passagiere posteten Bilder aus den verqualmten Waggons auf Twitter. "Ich weiß, dass es komisch ist, so etwas zu fotografieren, aber es hat mich beruhigt und niemand hat zu diesem Zeitpunkt Hilfe gebraucht", twitterte Jonathan Rogers.

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Der Zugführer gab den Fahrgästen die Anweisung, sich auf den Boden zu legen. "Der Fahrer hat gesagt, wir sollen die Türen nicht öffnen. Mehr Rauch würde hereinkommen. Aber die Leute waren in Panik. Sie haben trotzdem versucht, die Türen zu öffnen", erzählte ein Mann der "Washington Post".

Die Rettungskräfte hätten nicht sofort zu ihnen gekonnt, weil unklar gewesen sei, ob die Elektrizität auch wirklich ausgeschaltet gewesen sei, erklärte Einsatzleiter Eugene A. Jones. "Als wir sicher waren, dass der Strom im Gleisbett ausgeschaltet war, sind wir sofort hinein."

Die Ursache für den Rauch ist noch unklar. Ein Feuer soll es nicht gegeben haben.

vet/AP

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