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Überflutungen in Ostdeutschland Deich bricht in der Nähe von Bad Muskau

Hochwasser: Brandenburg bangt, Sachsen räumt auf
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dpa

Die Helfer waren auf die Wassermassen vorbereitet. Doch den Bruch eines Deiches nahe Bad Muskau konnten sie nicht verhindern. Die Anlage hielt dem Druck der Flutwelle nicht stand. Während sich die Situation in Görlitz entspannt, fürchtet nun Brandenburg die Überschwemmungen.

Niesky - In der Nähe von Bad Muskau ist ein Deich gebrochen. Das teilte der Katastrophenstab des Landkreises Görlitz mit. Betroffen davon sind der Bad Muskauer Ortsteil Sagar und der Ort Podrosche. "Die Orte stehen unter Wasser", sagte Andreas Johne vom Katastrophenschutzstab des Landkreises Oberlausitz-Niederschlesien in Niesky. Die Deiche seien unter dem Druck des Hochwassers gebrochen. Man habe damit gerechnet, dass der Deich nicht standhalten könnte.

Menschen seien bereits zuvor vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Die Häuser in Sagar und Podrosche seien überflutet, aber nicht überspült oder fortgerissen worden. Nach Angaben des Krisenstabs brach der Deich am Vormittag, als die Welle bereits den Ort Bad Muskau erreicht hatte.

Etwa 40 Menschen in besonders tiefliegenden Gegenden in Bad Muskau mussten ihre Häuser ebenfalls verlassen. Der Fachmann schätzte den Wasserstand der Neiße auf mehr als sieben Meter. Der normale Wasserstand sei bei knapp einem Meter. Im Bereich Bad Muskau sei der Hochwasserscheitel inzwischen angekommen. Dort ist auch der Fürst-Pückler-Park bedroht, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Das etwas erhöht im Park liegende Schloss und die Stadt wurden mit Sandsäcken gesichert. "Wir hoffen, dass wenigstens dort möglichst wenig Schaden entsteht", so Johne. Hunderte Helfer hatten zuvor mehr als 10.000 Sandsäcke gegen die Fluten aufgestapelt.

"Viel Schlimmeres verhindert"

Das am Wochenende wegen Überflutung abgestellte Wasserwerk Görlitz ist unterdessen wieder in Betrieb, sagte Johne. Damit seien die Haushalte versorgt. Auch die Stromversorgung funktioniere zum Großteil wieder. Seit Samstag waren etwa 5000 Haushalte in Görlitz ohne Strom, nachdem viele Umspannstationen vom Netz genommen worden waren.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich ein Bild von der Lage in den Hochwassergebieten in Sachsen gemacht. In Bad Muskau sprach er sich für "eine enge Zusammenarbeit zwischen Land und Bund" aus, um einen schnellen Wiederaufbau zu gewährleisten. Ein besonderer Schwerpunkt müsse dabei auf den wirtschaftlichen Unternehmen liegen, die vom Hochwasser betroffen seien, sagte er. Dabei verwies er unter anderem auf das Bombardier-Werk in Bautzen, das überschwemmt wurde. Dort gebe es einen "totalen Produktionsausfall".

Zugleich lobte de Maizière die vorbildliche Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Diese habe "viel Schlimmeres verhindert". Er sagte: "Die Sachsen haben aus 2002 wirklich gelernt." Die Vorwarnungen seien viel besser gewesen, und das Alarmierungssystem habe funktioniert. Der Minister sagte weiter, der Scheitelpunkt des Hochwassers sei in Sachsen nun überwunden. Das Wasser gehe in den südlichen Bereichen bereits wieder zurück. Nun müssten die Schäden aufgenommen werden.

"Große Sorge bereitet uns auch die Spree"

Unterdessen bereitet sich Brandenburg auf das nahende Hochwasser vor. Bedroht waren zunächst vor allem Orte an der Neiße in Südbrandenburg. Auch an der Oder, in die bei Ratzdorf die Neiße mündet, sollen die Pegel steigen. "Große Sorge bereitet uns auch die Spree", sagte der Präsident des Landesumweltamts, Matthias Freude.

Dort werden nach starken Niederschlägen der vergangenen Tage Pegelstände vorhergesagt, wie es sie seit 1981 nicht mehr gegeben hat. Allerdings hofft der Krisenstab, den Zufluss in die Spree über die Talsperre Spremberg etwas regulieren zu können, damit die Pegel weniger schnell steigen. Am Staudamm war in den vergangenen Wochen für Bauarbeiten Wasser abgelassen worden.

"Das gibt jetzt die Chance, die Hochwasserwelle für zwei bis drei Tage zwischenzuspeichern", erläuterte Freude. Für Spree und Neiße soll spätestens Dienstagmorgen die höchste Alarmstufe vier ausgerufen werden. Damit käme die Flut wegen großflächiger Überflutungen in Sachsen langsamer als zunächst erwartet. Nach Spremberg, Forst und Guben an der polnischen Grenze wurden bereits Zehntausende Sandsäcke gebracht.

han/dapd/ddp/dpa

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