Übermaltes Jesus-Fresko: Spanische Rentnerin soll an Einnahmen beteiligt werden

Ihre verpfuschte Restaurierung eines Jesus-Bildes erregte weltweit Aufsehen. Nun bekommt die spanische Rentnerin Cecilia Giménez auch einen Teil der touristischen Zusatzeinnahmen ausgezahlt. Sie wolle das Geld spenden, erklärte ihr Anwalt.

Vorher und Nachher: Die stümperhafte Restaurierung des Jesus-Bildes von Borja Zur Großansicht
AP/CENTRO DE ESTUDIOS BORJANOS

Vorher und Nachher: Die stümperhafte Restaurierung des Jesus-Bildes von Borja

Borja - Eine 82-jährige Spanierin, die aus einem Fresko von Jesus Christus das Bildnis eines affenähnlichen Wesens machte, soll nun an dem Rummel um ihre missglückte Restaurierung mitverdienen. Cecilia Giménez werde einem Abkommensentwurf zufolge knapp die Hälfte aller mit ihrem Wirken verbundenen Einnahmen bekommen, sagte Juan María Ojeda, Vizebürgermeister der Gemeinde Borja im Nordosten Spaniens.

Die Rentnerin hatte das Fresko mit dem Titel "Ecce Homo" vor rund einem Jahr bei einem Versuch der Ausbesserung derart entstellt, dass der Pfusch weltweit Aufmerksamkeit erregte. Das blasse Jesus-Bildnis mit Knopfaugen und einem schiefen Klecks an der Stelle des Munds wurde schlagartig zum Internethit.

Innerhalb eines Jahres seien etwa 57.000 Menschen gekommen, um die künstlerische Katastrophe zu bestaunen, teilte die kommunale Stiftung mit, der die Kirche Santuario de Misericordia in Borja untersteht. Dort prangt das Werk an einer Säule. Die Stiftung verlangt von jedem Besucher einen Euro, um ihre Arbeit und die Instandhaltung des Bilds zu finanzieren.

Giménez wolle sich nicht persönlich bereichern, stellte ihr Anwalt Antonio Val-Carreres klar. Alle Gewinne würden an wohltätige Zwecke gehen. "Es sollte klargestellt werden, dass niemand Kapital aus dieser Sache schlagen will", sagte Val-Carreres. Etliche internationale Firmen seien aber an einer Nutzung des berühmt-berüchtigten Bildnisses interessiert.

"Jeder scheint nun glücklich zu sein", sagte Giménez der örtlichen Zeitung "Heraldo de Aragón". Nachfahren des Künstlers Elías García Martínez waren bislang allerdings nicht einverstanden, die verschandelte Version des "Ecce Homo" unangetastet zu belassen. Sie fordern eine Wiederherstellung. Vizebürgermeister Ojeda bestätigte, dass noch Verhandlungen stattfinden, sagte aber, eine Wiederherstellung der Originalversion sei einfach unmöglich.

hut/AFP

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