Überraschender Tod Filmwal Keiko verendete im Fjord

Sein Leben in Freiheit dauerte nur etwas mehr als ein Jahr: Der Schwertwal Keiko, weltberühmt durch die "Free Willy"-Filme, ist unerwartet früh in Norwegen gestorben. Die Diagnose: Lungenentzündung.


Schwertwal Keiko 1998 in einem Aquarium in Oregon: Unregelmäßige Atemfrequenz
AP

Schwertwal Keiko 1998 in einem Aquarium in Oregon: Unregelmäßige Atemfrequenz

Oslo - Wie seine Betreuer am Samstag mitteilten, erlag der 27 Jahre alte Schwertwal am Freitag im Taknes-Fjord der Krankheit. Sie habe den Wal ziemlich schnell dahingerafft, so Betreuerin Dane Richard. "Er zeigte Anzeichen von Lethargie und Appetitlosigkeit."

Tierärzte hätten die Krankheit zwar entdeckt, der Tod sei aber sei so schnell gekommen, dass die Behandlung nicht mehr möglich war. "Wir kontrollierten seine Atemfrequenz, sie war ein wenig unregelmäßig. Es ging ihm nicht gut. Am frühen Abend schied er dahin."

Striktes Streichelverbot

Im Juli 2002 war der Wal nach mehr als 20 Jahren in die Freiheit gebracht worden. Seit 1998 war er von Helfern bei Island auf die Auswilderung vorbereitet worden. Keiko wurde 1979 im Alter von etwa zwei Jahren vor der isländischen Küste gefangen und 1985 an den Vergnügungspark Reino Aventura verkauft. 1992 war er der Titelstar des Films "Free Willy" und einer Fortsetzung drei Jahre später.

Trotz der Versuche, Keiko auszuwildern, suchte der Orca immer wieder menschliche Nähe. Nahe des norwegischen Dorfs Halsa wurde er erstmals Ende August 2002 gesichtet. Er ließ sich von seinen menschlichen Fans streicheln, sogar auf ihm herumklettern durften sie. Die Tierschutzbehörde verbot es schließlich, sich dem zutraulichen Wal zu nähern.

Die Auswilderung Keikos - japanisch für "Der Glückliche" - kostete bis zuletzt rund 20 Millionen Dollar Keiko verfügte zeitweise über 20 hauptamtliche Betreuer.



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