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Überschwemmung: Elf Millionen Mississippi-Anwohner durch Flutwelle bedroht

Die Verzweiflung im Mittleren Westen der USA ist groß: Mehr als 20 Dämme sind in den Staaten Iowa und Illinois bereits gebrochen, nun bedroht die Flutwelle den Bundesstaat Missouri. Die Menschen kämpfen gegen die Zeit.

Hannibal - Nachdem ganze Landstriche im Mittleren Westen der USA überschwemmt wurden, rollt die Flutwelle des Mississippi weiter nach Süden und bedroht zahlreiche Orte im Bundesstaat Missouri. Nach Schätzungen der Katastrophenschutzbehörde FEMA sind elf Millionen Menschen betroffen.

"Der Nordosten Missouris ist ein Schlachtfeld: Einwohner gegen den Fluss", berichten örtliche Medien. Entlang des Stromes versuchen die Einwohner fieberhaft, die Dämme mit Millionen von Sandsäcken gegen die Fluten zu verstärken. Tausende Freiwillige, Hilfsorganisationen und Hunderte Nationalgardisten sind zur Unterstützung gekommen.

In den Staaten Iowa und Illinois sind in den vergangenen Tagen bereits mehr als 20 Dämme geborsten. Nördlich von St. Louis konnte ein Deich am Donnerstag den Wassermassen nicht mehr standhalten, teilte das Pionierkorps des US-Heeres mit.

Das "hässliche Haupt" des Mississippi

Das Korps befürchtet, dass entlang der wichtigsten Wasserstraße der USA zwischen Iowa und Missouri in den nächsten Tagen noch einmal 20 bis 30 Dämme überflutet werden oder brechen könnten. Die FEMA rief die Einwohner in den Überschwemmungsgebieten auf, sich kostenlos gegen Tetanus impfen zu lassen. 700 FEMA-Mitarbeiter verteilten in den besonders betroffenen Gemeinden Lebensmittel und Wasser. Insgesamt mussten bereits jetzt 40.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

"Man muss aber immer darauf gefasst sein, dass der Mississippi sein hässliches Haupt erhebt", sagte Jihn Hark, Chef der Behörde für Katastrophenschutz in Hannibal, Missouri.

Weiter im Norden, wo die Fluten schon wieder abfließen, wird inzwischen das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. In dem Farmstaat Iowa sind ganze Ernten vernichtet. Der Bundesstaat ist ein Zentrum des Mais- und Sojaanbaus. Viele Häuser und Bauernhöfe sind zerstört. Das Hochwasser brachte zudem Schlamm mit sich, der durch Dünger und andere Chemikalien belastet ist.

US-Präsident George W. Bush besuchte die Überschwemmungsgebiete, um sich ein Bild von der Lage zu machen, und versprach rasche Hilfe.

Eine Katastrophe ähnlichen Ausmaßes suchte den Mittleren Westen 1993 heim. 48 Menschen verloren damals ihr Leben, die Flutwelle hinterließ Schäden in Höhe von 20 Milliarden Dollar.

sha/dpa/Reuters

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