Überschwemmungen China kämpft mit schlimmster Flut seit 50 Jahren

Die Ausmaße der Flutkatastrophe in China werden immer größer: Mindestens 175 Menschen starben, mehr als 100 werden vermisst, 178.000 Häuser sind zerstört. Insgesamt sind mehr als 25 Millionen Menschen in zehn Provinzen betroffen.

REUTERS

Peking - In einigen Regionen sind es die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. In China kamen bis Montag 175 Menschen ums Leben, mehr als 100 Menschen werden noch vermisst, wie das Einsatzzentrum des Verwaltungsministeriums in Peking berichtete. Die wirtschaftlichen Schäden wurden inzwischen auf 29,7 Milliarden Yuan (3,5 Milliarden Euro) beziffert.

"Ich habe in meinen Leben noch nie solche Überschwemmungen gesehen", sagte die 50-jährige Yu Ningshan in der Stadt Sanming in der ostchinesischen Provinz Fujian der Staatsagentur. In der Region war von "Jahrhundert-Regenfällen" die Rede, nachdem 225 Millimeter innerhalb von sechs Stunden gemessen worden waren.

Starker Regen hat seit dem 13. Juni dazu geführt, dass Staudämme gebrochen und Dutzende Flüsse über die Ufer getreten sind. Mehr als 25 Millionen Menschen in zehn Provinzen sind insgesamt betroffen.

178.000 Häuser seien zerstört, 1,36 Millionen Hektar Erntefläche beschädigt worden, berichtete das Ministerium. Am schlimmsten traf es die Provinzen Jiangxi, Fujian, Hunan und die Region Guangxi. Mehr als eine Million Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Eisenbahn- und Straßenverbindungen waren unterbrochen.

Schwere Überschwemmungen auch in Brasilien und Ghana

Auch in anderen Teilen der Welt gibt es derzeit verheerende Überschwemmungen. Im Nordosten Brasiliens kamen durch heftige Regenfällen mindestens 29 Menschen ums Leben. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Alagoas und Pernambuco, in denen am Wochenende mehrere Flüsse über die Ufer getreten waren und ganze Landstriche überschwemmt hatten. Schätzungsweise 70.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zeigte sich am Montag besorgt: "Wir haben viele Orte, in denen das Wasser über die Dächer der Häuser steigt." Er sicherte den betroffenen Bundesstaaten Hilfe zu.

Auch in Ghana kosteten heftige Regenfälle mehrere Menschen das Leben. Bis Montag wurden 24 Tote gemeldet, darunter vier Kinder. Noch immer seien Menschen in den Fluten gefangen, teilte der Leiter des nationalen Katastrophenschutzdienstes mit. Besonders stark betroffen sind die Küstenregion um die Hauptstadt Accra sowie die Region Volta im Inland, wo Wassermassen Häuser zerstörten und die Wasser- und Stromversorgung ausfiel.

siu/dpa/apn/AFP



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