Sydney - Monstersturm Oswald hat mit seinen Ausläufern mehr als 700 Kilometer der australischen Nordostküste unter Wasser gesetzt. In weiten Teilen der Region regnete es weiter in Strömen, Orkanböen peitschten die Gischt über Uferpromenaden. Vier Menschen sind in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen, zuletzt wurde ein Dreijähriger am Montag von einem umstürzenden Baum erschlagen.
Erst am späten Dienstagabend (Ortszeit) gaben die Behörden vorsichtig Entwarnung: Die Pegel der Flüsse gingen langsam wieder zurück, sagte Brigadegeneral Greg Bilton. Das Militär werde bald mit Aufräumarbeiten beginnen können.
Doch noch immer stehen Tausende Häuser unter Wasser, Menschen harren in Notunterkünften aus. "Es ist, als sei ihnen das Herz herausgerissen worden, viele haben alles verloren", sagte der Chef der Rettungsdienste im Bundesstaat Queensland, Jack Dempsey. "Sie können sich nur noch gegenseitig trösten." Zehntausende Haushalte waren ohne Strom.
Inzwischen hat sich die Krisenregion gen Süden ausgedehnt: Die Zwei-Millionen-Stadt Brisbane ist in Alarmbereitschaft. Eine Wasseraufbereitungsanlage fiel aus, der Stadt droht Trinkwassermangel. Queenslands Premierminister Campbell Newman mahnte die Bürger laut "The Australien", ihren Wasserverbrauch drastisch einzuschränken.
Die Erinnerungen an die verheerenden Überschwemmungen vor zwei Jahren sind noch frisch. Damals standen 20.000 Häuser unter Wasser.
In Bundaberg herrschte weiter Alarmstufe rot. Die 70.000-Einwohner-Stadt war von der Außenwelt abgeschlossen. Der Fluss Burnett brach alle Hochwassermarken. Gefährlich war vor allem die Strömung des Wassers. "Wir fürchten, dass die Häuser von ihren Fundamenten gerissen und fortgespült werden", sagte Newman dem Sender SkyNews.
Bis spät in die Nacht waren 14 Hubschrauber im Einsatz. Sie zogen mehr als tausend Menschen an Seilwinden hoch und brachten sie in Sicherheit, darunter die Patienten eines Krankenhauses. Weitere 1500 Bewohner suchten Notunterkünfte auf. Zwischen 2500 und 3000 Wohnhäuser sowie 200 bis 300 Geschäfte seien überschwemmt, sagte Bundabergs Bürgermeister Mal Forman.
siu/dpa/AP/AFP
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