Katastrophenalarm auf dem Balkan "Schwerste Überschwemmungen seit einem Jahrhundert"

In Bosnien und Serbien haben schwere Regenfälle Tausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben, mindestens sieben starben. In den betroffenen Regionen wurde Katastrophenalarm ausgerufen, nun soll die EU helfen.

AFP

Sarajevo/Belgrad - Flüsse treten über die Ufer, Häuser werden von Wassermassen zerstört: In Teilen Serbiens und Bosniens haben tagelange Regenfälle schwere Überschwemmungen verursacht. Sieben Menschen starben nach offiziellen Angaben bereits, Tausende mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die Regierungen in Belgrad und Sarajevo hatten bereits am Donnerstag für mehrere besonders betroffene Regionen Katastrophenalarm ausgerufen. Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic appellierte nun an die Bürger, sich helfen zu lassen und nicht aus Sorge um ihr Eigentum Hilfe abzulehnen.

Die wichtigste Auto-Verkehrsachse, die Belgrad mit dem Südwesten des Landes und Montenegro verbindet, war wegen der Fluten und Bergrutschen streckenweise gesperrt. Auch der Bahnverkehr in Richtung Montenegro und Nis war unterbrochen.

Rettungsmotorboote aus Deutschland, Taucher aus Russland

Die bosnische Hauptstadt Sarajevo war ebenso wie die Städte Zenica, Bijeljina und Tuzla betroffen. Hunderte Häuser wurden überschwemmt oder von der Außenwelt abgeschnitten. In Sarajevo waren rund 3500 Haushalte ohne Strom. Auf mehreren Straßen des Landes war der Verkehr unterbrochen.

Serbien und Bosnien hatten einen Hilferuf an die Europäische Union geschickt, Deutschland und weitere EU-Staaten sagten den beiden Balkanländern umgehend Unterstützung zu, wie ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mitteilte. "Serbien und Bosnien erleiden die schwersten Überschwemmungen seit mehr als einem Jahrhundert", sagte der Sprecher. In manchen Regionen sind der EU-Kommission zufolge Zufahrtsstraßen zu Gemeinden nicht passierbar, die Versorgung mit Strom und Trinkwasser sowie das Handynetz sind unterbrochen.

Serbien nahm das Angebot Deutschlands und Bulgariens an, Hochleistungspumpen, Rettungsmotorboote und Expertenteams zu schicken. Auch Russland hilft und schickt Taucher und Bergungsexperten nach Serbien.

Außer Deutschland und Bulgarien boten auch Österreich, Luxemburg und Slowenien ihre Unterstützung an, die nun vom Nothilfezentrum der EU in Brüssel koordiniert wird. Die EU-Kommission stellt Serbien und Bosnien Satellitenbilder der betroffenen Regionen zur Verfügung. Für die kommenden beiden Tage ist mit weiteren Regenfällen zu rechnen.

bka/dpa



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