Regen und Hochwasser: Rekordwärme zu Weihnachten

Weihnachten wird warm statt weiß. Vor allem in Süddeutschland steigen an den Feiertagen die Temperaturen, mancherorts werden sogar Rekordwerte erwartet. Glatte Straßen drohen bei diesem Wetter nicht - dafür Überschwemmungen.

Hochwasser und Rekordtemperaturen: Die weihnachtliche Wasserwelle Fotos
DPA

Offenbach - Im Süden fühlt sich Heiligabend 2012 nach Frühling an. "Es wird in Süddeutschland außergewöhnlich mild", sagte der Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Örtlich wird sogar ein Allzeithoch für den 24. Dezember erwartet, etwa in München mit 18 Grad. Der bisherige Rekordwert an Heiligabend wurde in der Landeshauptstadt in den siebziger Jahren mit 14,3 Grad gemessen.

Die Aussichten auf weiße Weihnachten sind damit nicht nur in Süddeutschland endgültig dahin, vielmehr steht ein warmes Fest bevor. In den übrigen Landesteilen liegen die Temperaturen am Montag voraussichtlich zwischen 8 und 15 Grad. Nur im Nordosten bleibe es mit bis zu fünf Grad winterlich.

Auch an den Weihnachtsfeiertagen und zwischen den Jahren sei kein flächendeckender Winter in Sicht. Zwar werde es im Vergleich zum Heiligabend wieder etwas kühler, "doch alles in allem bleibt es mild", sagte Ruppert. Dabei ist es oft trüb, bewölkt und regnerisch.

Dieses "Weihnachtstauwetter", das schon in den vergangenen Tagen viel Regen gebracht habe, trete recht häufig auf und sei für die Meteorologen nichts Besonderes, erklärte Ruppert. "Wenn es vorher kalt war und warme Luft nachkommt, regnet es ab."

Der anhaltende Regen sorgt jedoch für zahlreiche Überschwemmungen:

  • Dauerregen und Schneeschmelze sorgten in Baden-Württemberg für einen Anstieg der Flüsse. Die Hochwasservorhersagezentrale meldete hohe Pegelstände an der Dreisam im Schwarzwald. Auch an Neckar und Donau werden den Prognosen zufolge vereinzelt die Meldewerte überschritten. Im Hochschwarzwald fielen laut DWD bis Sonntagfrüh innerhalb von 24 Stunden 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Gewöhnlich fallen im ganzen Dezember in Deutschland durchschnittlich 70 Liter Regen pro Quadratmeter.
  • In der Kölner Bucht und dem angrenzenden Süderbergland waren es etwa 20 bis 40 und im südhessischen Odenwald 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter. Der Rhein in Köln lag am Sonntagmittag bei 6,50 Meter. Montagfrüh werden 6,95 bis 7,15 Meter erwartet. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge im gesamten Rheineinzugsgebiet sind über 8,00 Meter am Kölner Pegel in den nächsten Tagen nicht auszuschließen. In der Altstadt wird ab einem Pegelstand von 9,40 Metern eine mobile Schutzwand aufgebaut.
  • Auch die Hochwasserzentralen in Mainz und Trier sagten zunächst bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag weiter steigende Pegelstände voraus. "Es ist damit zu rechnen, dass der Oberrhein für die Schifffahrt gesperrt werden muss", sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums in Mainz. Man könne bereits jetzt von einer Hochwasserlage sprechen. Da es bis Montagmorgen weiter kräftig regnen sollte, rechneten die Experten mit weiter steigenden Pegelständen im Maingebiet sowie an den Donauzuflüssen.

Schwere Unfälle in Norddeutschland

Rein statistisch stehen die Chancen auf Schnee an den Feiertagen generell schlecht: Weiße Weihnachten im ganzen Land gab es zuletzt 2010. Davor konnte ganz Deutschland zuletzt 1981 kollektiv im Schnee feiern.

Richtig kalt war es noch in der Nacht zu Sonntag, vor allem im Norden Deutschlands. Dort lösten Blitzeis und überfrierende Nässe auf der Autobahn 23 im Kreis Pinneberg eine Massenkarambolage aus. Nach Angaben der Autobahnpolizei krachten auf einem 400 Meter langen Abschnitt bei Rellingen kurz nach Mitternacht 14 Autos ineinander. Sechs Menschen wurden leicht verletzt.

In Hamburg musste die Autobahn 253 in der Nacht auf einem Teilstück wegen Blitzeis für den Verkehr gesperrt werden. Glatte Wege und Fahrbahnen meldete die Polizei auch aus Mecklenburg-Vorpommern und aus dem Großraum Berlin-Brandenburg. Der Wetterdienst forderte vielerorts die Bewohner auf, das Haus nach Möglichkeit nicht zu verlassen.

cst/dpa/dapd

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