Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Uganda: Krokodil frisst schwangere Frau - Ehemann tötet Krokodil

Riesen-Reptil in Uganda (Archiv): Dieses 800-Kilo-Krokodil ging Wildhütern 2014 ins Netz Zur Großansicht
AFP

Riesen-Reptil in Uganda (Archiv): Dieses 800-Kilo-Krokodil ging Wildhütern 2014 ins Netz

Es dauerte mehrere Monate, ehe Mubarak Batambuze sich rächen konnte: Der Fischer aus Uganda hat angeblich das Krokodil getötet, das zuvor seine schwangere Frau verschlungen hatte. Nun wird er in seiner Heimat als Held gefeiert.

Kampala - Die Geschichte von Mubarak Batambuze klingt unglaublich. Vor vier Monaten wollte seine hochschwangere Frau Demeteriya Nabire in der Nähe ihres Dorfes am Kyogasee in Uganda Wasser holen. Sie wurde von einem Krokodil fortgerissen und gefressen.

Was dann geschah, spielte sich laut BBC so ab: Mubarak Batambuze war am Boden zerstört, fühlte sich machtlos. "Nichts von meiner Frau wurde jemals wieder gesehen - keine Kleidung, keine Teile ihrer Leiche, die ich hätte identifizieren können. Das war der Weltuntergang für mich." (Hier können Sie das komplette BBC-Interview mit Mubarak Batambuze hören.)

Doch vor einigen Wochen berichteten ihm Dorfbewohner, eben dieses Krokodil sei zurückgekehrt. Der Fischer ging mit ein paar Freunden zum See. "Es war ein ziemlich großes Monster, und wir haben versucht, es mit Steinen und Stöcken zu bekämpfen." Ohne Erfolg.

Statt aufzugeben, ging Mubarak Batambuze zum Dorfschmied - und ließ sich einen speziellen Speer mit Widerhaken anfertigen. Fünf Dollar kostete ihn das, viel Geld für den Fischer.

Mit dem Speer ging es zurück zum See. Die Furcht bei Mubarak Batambuze war dennoch gewaltig. Auch bei seinen Freunden. "Bitte greif das Biest nicht an, es wird dich töten", sagten sie zu ihm. "Der Speer reicht nicht aus, um das zu Ende zu bringen."

Mubarak Batambuze attackierte das Tier trotzdem.

Seine neue Waffe hatte er an ein Seil gebunden. "Ich habe den Speer in die Seite des Krokodils geschleudert. Und während meine Freunde Steine auf das Tier geschmissen haben, hat es versucht, nach mir zu schnappen. Ich hatte Todesangst."

Anderthalb Stunden kämpften Mubarak Batambuze und seine Freunde dem Bericht zufolge mit dem Krokodil, dann war es tot. Erschöpft kehrten sie zurück ins Dorf. "Was wirklich jeden überrascht hat, war die Größe des Tieres. Das war kein gewöhnliches Krokodil." Mehr als vier Meter lang und 600 Kilogramm schwer sei das Tier gewesen, sagte ein ugandischer Wildhüter der BBC.

In Uganda wächst seit Jahren die Furcht vor Riesenkrokodilen, die zunehmend Menschen attackieren. Der Kadaver wurde inzwischen zur Makarere-Universität in Kampala gebracht und untersucht. Im Magen fanden Tierärzte einen Schienbeinknochen. Einem australischen Krokodilexperten zufolge ist es jedoch unwahrscheinlich, dass dieser von Demeteriya Nabire stammt.

Die ugandische Zeitung "New Vision" hatte die Geschichte von Mubarak Batambuze bereits Anfang Januar erzählt. In einigen Details weichen die Berichte voneinander ab. Übereinstimmung gibt es unter anderem in diesem Punkt: In seinem Dorf wird Mubarak Batambuze inzwischen als Held gefeiert. Ein trauriger Held. "Ich bin ein deprimierter Mann, weil ich meine Frau und mein ungeborenes Kind verloren habe."

wit

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: