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24. Juli 2013, 18:43 Uhr

Brutales Jagdhundtraining

Tierfutterhersteller entschuldigt sich für "ungewolltes" Sponsoring

Ein Bär in Ketten, der vor Zuschauern von Hunden attackiert wird - das Video einer Tierschutzorganisation bringt Royal Canin in die Bredouille. Der Futterhersteller soll das Event in der Ukraine unterstützt haben. Der Konzern entschuldigte sich nun für das "ungewollte" Sponsoring.

Hamburg - Für die Unterstützung eines brutalen Jagdhundetrainings in der Ukraine hat sich der globale Tierfutterhersteller Royal Canin entschuldigt. In einer Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, man habe schockiert feststellen müssen, dass die ukrainische Niederlassung "ungewollt eine Veranstaltung unterstützt hat, die in tiefstem Maße alle Werte verletzt, für die wir eintreten". Man verurteile jede Art der Tierquälerei.

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hatte Royal Canin zuvor vorgeworfen, illegale Bärenkämpfe in der Ukraine zu sponsern. Auf ihrem YouTube-Kanal und ihrer Webseite veröffentlichte die Gruppe ein Video, das nach Aussage der Organisation die Ausbildung von Hunden zur Jagd auf Bären in einem Waldstück nahe der Stadt Winnyzja im April dieses Jahres dokumentiert.

In dem Video ist zu sehen, wie ein Bär vor Publikum von Hunden angegriffen wird. Das Tier ist angeleint, mehrere Männer ziehen den Bären an der Kette über das Gelände. Laut "Vier Pfoten" handelt es sich bei der Veranstaltung um einen Wettbewerb während eines Trainingscamps für Jagdhunde. Die Aufnahmen zeigen unter anderem Siegerpokale mit dem Schriftzug des Tiernahrungsherstellers.

Bei Royal Canin sei man davon ausgegangen, eine Hundeausstellung zu sponsern, heißt es in der Stellungnahme. Über die "schrecklichen 'Neben-Aktionen'" sei man nicht informiert gewesen. Die Geschäftsführung in der Ukraine wurde demnach nun angewiesen, "jede Art von Sponsoring und Veranstaltungen zu unterbinden", die nicht mit der Tierschutzphilosophie des Konzerns vereinbar sei. Auch seien die Mitarbeiter weltweit noch einmal angewiesen worden, Kooperationsangebote künftig genau zu prüfen.

gam

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