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Umstrittene Thesen: Neuer Linzer Bischof hält Homosexualität für heilbar

Als Pfarrer hat Gerhard Maria Wagner mit seinen Äußerungen schon oft für Aufregung gesorgt, als frisch ernannter Weihbischof von Linz legt er nun nach. In einem Interview erklärt er, dass Homosexualität heilbar und Kritik ihm egal sei: Die Meinung der Welt und seine eigene würden "halt crashen".

Wien - Der vom Vatikan neu ernannte Weihbischof von Linz hält Homosexualität für "heilbar". In einem Interview mit dem österreichischen Magazin "Profil" spricht sich Gerhard Maria Wagner dafür aus, Menschen mit einer gleichgeschlechtlichen Neigung zu behandeln. Auf die Frage ob Homosexualität geheilt werden könne, antwortete Wagner: "Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht."

Weihbischof Gerhard Maria Wagner: Crash mit der "Meinung der Welt"
DPA

Weihbischof Gerhard Maria Wagner: Crash mit der "Meinung der Welt"

Von der Kritik an seiner Ernennung zeigt sich Wagner wenig beeindruckt: "Das prallt an mir ab" sagte er der Tageszeitung "Kurier". Die "Meinung der Welt" und seine eigene würden "halt crashen". Immerhin bekomme er täglich "50 Briefe und 70 E-Mails von Menschen, die sich freuen und mich ermutigen", sagte der Geistliche.

Wenn wegen seiner Ernennung Menschen aus der katholischen Kirche austreten würden, so tue ihm das leid, sagte Wagner dem Blatt. Dennoch habe er keine Angst um die Zukunft der Kirche. "Vielleicht müssen wir erst wieder eine kleine Gruppe werden, um dann stärker hinauszuwirken. Und dann werden die Wenigen mehr bewegen als die Vielen, die sich nicht bewegen."

Papst Benedikt XVI. hatte Wagner gegen die Empfehlung der österreichischen Kirchenleitung ernannt. Der 54-Jährige hatte mit seinen kontroversen Äußerungen in der katholischen Kirche Österreichs immer wieder für Aufregung gesorgt. Als der Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 die US-Küstenstadt New Orleans zerstörte, verkündete Wagner im Pfarrblatt seiner damaligen Gemeinde: "Es ist wohl kein Zufall, dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtclubs zerstört wurden."

Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 merkte er an, dass die Flutwelle nicht zufällig zu Weihnachten aufgetreten sei, wenn die Leute aus dem reichen Westen ins arme Thailand flüchteten. Zuvor hatte Wagner bereits junge Leute vor der Harry-Potter-Lektüre gewarnt, da er hinter den Büchern von Joanne K. Rowling "Satanismus" vermutete.

sac/dpa

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