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Umstrittenes Kunstprojekt: Riesen-Nixe badet in Hamburg

Erst gab es Probleme mit der Stabilität, aber dann konnten ihre Einzelteile aus Stahl und Styropor doch noch verankert werden: Eine überlebensgroße Blondine nimmt zehn Tage lang ein Bad in der Hamburger Binnenalster - und sorgt für Streit.

Hamburg: Blonde Badenixe in der Binnenalster Fotos
DPA

Hamburg - Seit Dienstag räkelt sich eine Riesen-Blondine in der Hamburger Binnenalster: mehrere Meter hoch, die Lippen gespitzt, die Knie angezogen. Bei strahlendem Sonnenschein nahm "Die Badende", eine etwa vier mal 20 Meter große Skulptur, ihre endgültige Badeposition ein. Technische Schwierigkeiten und Probleme mit der Stabilität hatten die Installation der schrillen Schönen um einen Tag verzögert. Nach wochenlangem Gerangel wegen vieler bürokratischer Streitigkeiten hat das umstrittene Kunstprojekt nun die letzte Hürde genommen.

Initiator des Projekts ist der Künstler Oliver Voss, ehemaliger Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt und Präsident der Miami Ad School Hamburg. Voss hat geplant, gewerkelt und gestritten. Jetzt ist er mit dem Ergebnis zufrieden, wie er am Dienstag sagte. "Ich wollte der Stadt, die mir so viel gegeben hat, etwas zurückgeben", begründet Voss seine Motivation für den Bau der Installation.

Zweieinhalb Monate habe er zusammen mit Spezialisten an dem vier Meter hohen Kopf und den beiden Knien der aus Styropor bestehenden Riesen-Badenixe gearbeitet. Getragen von Schwimmkörpern und stabilisiert mit Steinsäcken und Wasserbojen lacht sie nun zehn Tage lang Passanten auf dem Ballindamm an.

Behörden stritten lange um Zulassung des Kunstprojekts

Peter Scheibner, einer von vielen Schaulustigen am Dienstag, dachte beim ersten Anblick der Installation an "überflüssiges Spektakel". Dann aber habe er die Botschaft des Künstlers verstanden, sagt er. Die Badenixe sei eine Zukunftsvision, die zu mehr Umweltbewusstsein ermahne. "So wie die Blondine sollen auch wir eines Tages wieder in der Binnenalster baden können", interpretiert Scheibner die Installation.

"Die Riesen-Nixe soll nicht provozieren, sondern lediglich dazu anregen, die Binnenalster neu zu erleben", sagt Voss. Und sie soll als Kunstprojekt für Hamburg sowohl als Standort der Kreativbranche als auch als Stadt am Wasser werben. Doch erst einmal hatte sie polarisiert.

Während die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) das Projekt von Anfang an unterstützte, meldete der Leiter des Bezirksamts Mitte, Markus Schreiber (SPD), bis zuletzt Bedenken an. Weil das Wasser aber im Zuständigkeitsbereich der BSU liegt, wurde die Umsetzung des Projekts letztlich dennoch genehmigt.

wit/dapd/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Die Badende
Achim 02.08.2011
Aha. Jeder, der die Kiezkneipe "Zur Ritze" von außen gesehen hat, kann sich angesichts von Bild 3 vorstellen, wo der Werbetreibende seine Inspiration hergeholt hat.
2. Aus der Lameng
kundennummer 02.08.2011
Zitat von sysopErst gab es Probleme mit der Stabilität,*aber dann konnten ihre Einzelteile aus Stahl und Styropor doch noch verankert werden: Eine überlebensgroße Blondine nimmt zehn Tage lang ein Bad in der Hamburger Binnenalster - und sorgt für Streit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,778032,00.html
Immerhin pisst diese Blondine nicht per Alsterfontaine auch noch in die Alster. In Wien erfrischt gerade ein Plakat mit derartiger Kunst die Gemüter...kleiner Tipp an den Korrespondenten ;)
3. .
mannilli 02.08.2011
Ich finde das gut! Regt die Sinne an.
4. Sommerlochness
Atkins 02.08.2011
Zitat von sysopErst gab es Probleme mit der Stabilität,*aber dann konnten ihre Einzelteile aus Stahl und Styropor doch noch verankert werden: Eine überlebensgroße Blondine nimmt zehn Tage lang ein Bad in der Hamburger Binnenalster - und sorgt für Streit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,778032,00.html
Oh, Hamburg hat nun auch eine Nessie.
5. Hätte es...
olaf m. 02.08.2011
> Peter Scheibner, einer von vielen Schaulustigen am Dienstag, dachte beim ersten Anblick der Installation an "überflüssiges Spektakel". Dann aber habe er die Botschaft des Künstlers verstanden, sagt er. Die Badenixe sei eine Zukunftsvision, die zu mehr Umweltbewusstsein ermahne. "So wie die Blondine sollen auch wir eines Tages wieder in der Binnenalster baden können", interpretiert Scheibner die Installation. < Na ja, so kann man es auch sehen. Insgesamt aber eine eher drollige Idee. Jedenfalls allemal besser, als diese grauenhafte Jodeltante auf der Mönckebergstraße, die vor Jahren alle genervt hat, die das täglich ertragen mußten. Aber könnte es für die Zukunft nicht eine entsprechende Skulptur des (jeweiligen) Bürgermeisters sein, die da treibt ? Das hätte eine Symbolik, die auch in vielerlei Hinsicht interpretationsfähig wäre. ;-) Kommt sowieso nicht, also sei's drum.
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