Umweltfreundliche Energien Krematorium will Strom aus Einäscherung nutzen

Alternative Energie mal anders: Ein Krematorium in Taiwan will die Elekrizität, die bei der Verbrennung von Leichen entsteht, für seine Klimaanlage nutzen. Die Idee stößt nicht nur auf Begeisterung.


Taipeh - Das Büro für Begräbnisdienste in Taipeh investierte umgerechnet 163.000 Euro in seine neue Anlage. Sie wandelt die Hitze, die bei Einäscherungen frei wird, in Elektrizität um. Mit dem Strom sollen Klimaanlage und Kaffeemaschinen in der Ruhezone des Krematoriums betrieben werden, wie der Direktor des Unternehmens, Yang Chih-hsien, sagte.

In den Räumen halten sich die Angehörigen während der 90-minütigen Feuerbestattung auf. Anschließend können sie die Asche der Verstorbenen mitnehmen. Die Firma modernisierte ihre veralteten Anlagen mit Fördermitteln der taiwischen Hauptstadt.

Mit der neuen Technik spare das Unternehmen im Monat umgerechnet 315 Euro an Stromkosten, sagte der Direktor. In dem Krematorium werden täglich 50 Leichen verbrannt.

Doch nicht überall wird die morbide, wenn auch umweltfreundliche Technik begrüßt. "Das ist doch eklig, dass Trauernde von einer Klimaanlage Kühlung bekommen, die von den Überresten ihrer Angehörigen betrieben wird", sagte einer der Stadträte von Taipeh, Chuang Ruei-hsiung, der Nachrichtenagentur CNA.

Das Krematorium will trotz der Proteste an seinem Projekt festhalten. Möglicherweise werde man den gewonnenen Strom auch für die Lichtanlage verwenden. Vizedirektor Yang Yi-lin sagte: "Wir wollen die Umwelt schützen. Aber natürlich nehmen wir auch Rücksicht auf die Gefühle der Angehörigen."

cat/AFP/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.