Karikaturen aus "Charlie Hebdo" nachgedruckt Brandanschlag auf "Hamburger Morgenpost"

Auf die Redaktion der "Hamburger Morgenpost" ist in der Nacht ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.


Hamburg - Auf ein Archivgebäude der "Hamburger Morgenpost" ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Der Zeitung zufolge haben Unbekannte gegen 2 Uhr von einem Hinterhof im Hamburger Ortsteil Othmarschen durch die Fenster einen Brandsatz ins Hausinnere geworfen.

Einige Akten seien verbrannt, Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es. Das Feuer in zwei Räumen konnte zügig gelöscht werden.

Eine Polizeisprecherin sagte am Sonntag, in Tatortnähe seien zwei Verdächtige festgenommen worden. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Die "Hamburger Morgenpost" hatte am Donnerstag auf ihrer Titelseite Mohammed-Karikaturen aus "Charlie Hebdo" nachgedruckt. Die Schlagzeile lautete: "So viel Freiheit muss sein." Ob der Brandanschlag damit in Zusammenhang steht, soll jetzt geprüft werden. Die Vermutung liege aber nahe, hieß es.

Nähere Einzelheiten zu den Verdächtigen, die von der Polizei überprüft werden, wurden nicht gemacht. Vertreter der "Mopo" wollten sich zunächst zu dem Vorfall nicht äußern. Im Laufe des Vormittags werde es eine Stellungnahme geben, hieß es.

Eine Polizeisprecherin ging davon aus, dass die Redaktion ihre Arbeit in dem Gebäude wieder aufnehmen kann. In der Nacht hätten sich keine Redaktionsmitarbeiter in dem Gebäude aufgehalten.

Zwei Islamisten hatten am Mittwoch in Paris die Redaktion der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" angegriffen und in dem Gebäude und bei ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Die beiden Männer wurden am Freitag von der Polizei erschossen.

ala/dpa/AFP/Reuters

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