Unfälle und Lawinen Winter kehrt mit heftigen Schneefällen zurück

Lawinen im Schwarzwald, Massenkarambolage bei Augsburg, Stromausfälle und geschlossene Schulen: Der Januar war mild, doch jetzt kehrte in Teilen Deutschlands der Winter mit eisigen Temperaturen zurück.

Bundestraße 17 bei Augsburg: Blitzeis löste Massenkarambolage aus
DPA

Bundestraße 17 bei Augsburg: Blitzeis löste Massenkarambolage aus


Offenbach - Starke Schneefälle und eisglatte Straßen haben in Deutschland zu gefährlichen Lawinen und zahlreichen Unfällen geführt. So wurden bei einer Massenkarambolage in Bayern zwölf Menschen verletzt. Auf dem Feldberg im Schwarzwald lösten sich Lawinen, zwei Menschen wurden verschüttet. Bis mindestens Ende der kommenden Woche erwarten Meteorologen noch weitere Schneefälle und Temperaturen von bis minus zehn Grad. Die Meldungen im Einzelnen:

Auf der Straße
Auf der Bundesstraße 17 bei Augsburg kollidierten 15 Fahrzeuge miteinander, weil sich im Schneetreiben Blitzeis bildete. Ein Lastwagenfahrer wurde bei der Massenkarambolage schwer verletzt. Den Schaden schätzt die Feuerwehr auf bis zu 300.000 Euro. Bei einem Unfall in Münster wurde ein 54-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, in Rietberg bei Gütersloh, rutschte ein Schulbus mit etwa 50 Kindern in einen Graben. Niemand wurde verletzt.

Auf den Hängen
Für die Rettungskräfte am Feldberg im Schwarzwald ist Großalarm ausgelöst worden, wie ein Sprecher der Bergwacht Schwarzwald sagte. Zuvor war eine Lawine auf der Nordseite des Feldbergs abgegangen. Sie verschüttete einen 22-jährigen Ski-Wanderer. Der Mann lag zwei Stunden unter den Schneemassen, bevor ihn die Einsatzkräfte retten konnten - er schwebt in Lebensgefahr.

Wenig später gab es an dem nur wenige Kilometer entfernten Herzogenhorn eine zweite Lawine. Sie verschüttete eine 58-Jährige - auch ihr Zustand ist kritisch. Der Deutsche Alpenverein (DAV) warnte vor weiteren Schneeabgängen.

In mehr als 60 Orten im Südschwarzwald gab es wegen beschädigter Leitungen immer wieder Stromausfälle. In der fränkischen Rhön fiel die Schule aus.

So soll es werden
Auch in den kommenden Tagen soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiter schneien. Das Schneegebiet zieht demnach am Wochenende über weite Teile Deutschlands hinweg. Dabei werden im Bergland bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet, in flacheren Gegenden können bis zu fünf Zentimeter zusammenkommen.

Die Schwarzwald-Tourismus-Gesellschaft in Freiburg rechnet für das Wochenende mit einem Ansturm von Skiläufern und Rodlern. Die Bedingungen seien so gut wie noch nie in dieser Saison. Bislang litten die Wintersportgebiete in Deutschland unter Schneemangel, denn nach dem Temperaturrekordjahr 2014 war auch der Januar nach Angaben des DWD in Deutschland überdurchschnittlich warm.

jbe/dpa



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