Unfall bei Flugschau Mysteriöses Objekt kreuzte Bahn des Unglücksjets

Möglicherweise war der Absturz eines Kampfjets bei der Flugschau vor rund einer Woche in Lwiw kein Unfall. Bei der Analyse von Videoaufzeichnungen wurde nun ein mysteriöses Objekt entdeckt. Es scheint, als sei der Jet beschossen worden.


Absturz der Suchoi-27: Technischer Defekt?
DDP

Absturz der Suchoi-27: Technischer Defekt?

Kiew/Moskau - Der russische Fernsehsender NTV zeigte am Sonntag Zeitlupenbilder eines Amateur-Videofilms, auf dem zu sehen ist, dass sich ein dunkles, längliches Objekt sehr schnell der Flugbahn des Abfangjägers nähert. Der Jet befindet sich zu dem Zeitpunkt bereits sehr knapp über dem Boden. Dann kreuzt ein zweites Objekt die Flugbahn. Es scheint, als sei es aus einem nahe gelegenen Wald aufgestiegen. Der Jet streift nun die Landebahn und rast in die Zuschauermenge.

Um was es sich bei dem Objekt gehandelt haben könnte, bleibt in dem Fernsehbericht offen. Bei RTL aktuell, wo die Bilder ebenfalls zu sehen sind, heißt es, es könnte sich möglicherweise um eine Rakete handeln.

Die SU-27 berührt mit der linken Tragfläche den Boden Dann überschlägt sich der Kampfjet Die Maschine explodiert und rast in die Zuschauermenge In dem Inferno sterben mindestens 84 Menschen

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Die ukrainischen Behörden wollten zu den Vermutungen keine Stellung nehmen. Am Freitag hatten sie erklärt, die bisherigen Untersuchungen deuteten mit ziemlicher Sicherheit auf ein technisches Problem oder möglicherweise auch auf einen so genannten Vogelschlag hin.

Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) in Mannheim erklärte, vermutlich handele es sich bei dem unbekannten Objekt nur um ein Insekt, das ganz nahe am Objektiv der Videokamera vorbeigeflogen sei. Cenap-Sprecher Werner Walter sagte dazu, wenn es sich zum Beispiel um Raketen handeln würde, wären diese länger zu sehen gewesen und hätten auch bei den Zuschauern der Flugvorführung andere Reaktionen ausgelöst.

Bei dem Absturz der Suchoi Su-27 waren am 27. Juli mindestens 84 Menschen getötet worden, 199 Menschen wurden verletzt. Die beiden Piloten konnten sich mit den Schleudersitzen retten.



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