New York - Passagiere fielen übereinander, gerieten in Panik, schrien und weinten: Eine Fähre in New York hat bei der Fahrt von New Jersey zum Ankerplatz in Manhattan die Kaimauer gerammt. Das Schiff wurde aufgeschlitzt, mindestens 74 Menschen erlitten Verletzungen. Zunächst war von weniger Betroffenen die Rede gewesen. Auf Fernsehbildern war an der Seite des Bootes ein großer Riss zu sehen. Auch Fenster waren zersplittert.
Nach Angaben der Polizei und Feuerwehr befindet sich eine Person in kritischem Zustand. Sie sei mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf die Feuerwehr. Einige Passagiere mussten von Rettungskräften auf Tragen von dem Schiff gebracht werden.
Bei dem Aufprall flogen offenbar viele Menschen von ihren Sitzen. Es habe sich ähnlich wie ein Autounfall angefühlt, sagte ein Passagier dem TV-Sender ABC. "Niemand wusste, was los war." An Bord der rund 40 Meter langen Fähre befanden sich ersten Erkenntnissen zufolge rund 340 Menschen - Passagiere und Besatzung.
Fähren sind ein beliebtes Verkehrsmittel, um zur Arbeit nach Manhattan zu gelangen. Das verunglückte Schiff war eines von vielen, das Pendler auf die Insel bringt. Es hatte eine Anlegestelle im südöstlichen Manhattan nahe der Wall Street angesteuert.
Fährlinien verbinden Manhattan beispielsweise mit den Bezirken Staten Island, Brooklyn oder Queens. Immer wieder kommt es im Hafen von New York, wo sich der Atlantik, der East- und der Hudson River treffen, aber auch zu Fährunglücken. So prallte 2003 eine Staten Island-Fähre mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Anlege-Kai. Elf Menschen starben, Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt. Bei einem ähnlichen Unglück im Mai 2010 wurden ebenfalls Dutzende Passagiere verletzt.
ulz/AP/dpa
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