Vorfall an serbischer Grenze Ungarische Kamerafrau tritt Flüchtlinge

Eine ungarische Kamerafrau hat Flüchtlingskinder getreten, einem Mann mit Kind auf dem Arm stellte sie ein Bein. Die Szenen sorgten für Empörung, der TV-Sender hat die Mitarbeiterin entlassen.

Kamerafrau, fallender Flüchtling: "Inakzeptables Verhalten"
REUTERS

Kamerafrau, fallender Flüchtling: "Inakzeptables Verhalten"


Die Flüchtlinge wollen nur weg aus Ungarn. Stunden werden sie von Polizisten in Röszke nahe der serbischen Grenze festgehalten, dann durchbrechen schließlich Hunderte Menschen die Absperrungen. Unter ihnen ist auch ein Mann mit einem kleinen Kind auf dem Arm, in der anderen Hand hält er eine Plastiktüte. Ein Polizist hält ihn halbherzig fest, der Mann versucht davonzurennen.

Doch nach wenigen Metern wird der Flüchtling aufgehalten. Eine Kamerafrau stellt ihm ein Bein, der Mann stolpert und fällt mit seinem Kind zu Boden. Ein Reporter des Fernsehsenders RTL hielt die Szene mit seiner Kamera fest.

Bei der Kamerafrau handelt es sich um eine Mitarbeiterin des ungarischen Fernsehsenders N1TV. Der Kanal steht der ausländerfeindlichen Jobbik-Partei nahe und verbreitet deren rechtsradikales Gedankengut.

Die Frau wurde nicht nur gegenüber dem Mann und seinem Kind gewalttätig: Eine zweite Sequenz zeigt, wie die Reporterin zwei Flüchtlingskinder tritt, nachdem diese den Polizeikessel durchbrachen.

Beide Szenen verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken, Hunderte machten ihrer Wut über die Kamerafrau Luft. Der TV-Sender hat inzwischen reagiert. Das Verhalten der Mitarbeiterin sei inakzeptabel gewesen, teilte N1TV-Chef Szabolcs Kisberk auf der Website des Senders mit. "Die Mitarbeit der Kamerafrau ist heute mit sofortiger Wirkung beendet worden. Damit ist der Fall für uns abgeschlossen."

syd



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