Unglück Flüchtlingsschiff vor indonesischer Küste gesunken

Ein überfülltes Holzboot mit knapp 400 Flüchtlingen ist vor der indonesischen Küste gesunken. Bislang wurden weniger als die Hälfte der Menschen gerettet, der Rest wird vermisst.

Überlebende des Schiffsunglück: Zahlreiche Menschen werden noch vermisst
REUTERS

Überlebende des Schiffsunglück: Zahlreiche Menschen werden noch vermisst


Jakarta - Vor der indonesischen Küste ist am Samstag ein Schiff mit 380 Flüchtlingen an Bord gesunken. Das hölzerne Schiff sei nur für 100 Passagiere ausgelegt gewesen und sei vor der Insel Java gekentert, melden die Nachrichtenagenturen AP und Reuters.

76 Menschen seien bislang gerettet worden, sagte ein Vertreter der örtlichen Verwaltung. Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden und befänden sich in kritischem Zustand. Hunderte Flüchtlinge werden noch vermisst. Sie sollen aus Afghanistan, Saudi-Arabien, der Türkei und dem Iran stammen.

Das Unglück ereignete sich vor Prigi in Ostjava, dort war das Schiff in einen Sturm geraten. "Überlebende berichteten, dass das Schiff einen Maschinenschaden hatte und durch den hohen Wellengang Wasser an Bord kam", sagte Edwin Purnama, einer der Rettungskräfte vor Ort, in einem Telefoninterview. "Wir gehen davon aus, dass sie nach Australien wollten."

Das Boot habe nur wenig Rettungswesten an Bord gehabt, sagte ein anderer Helfer im Rettungszentrum in Surabaya, Adi Purnomo. "Wir fürchten, dass die anderen mit dem Schiff untergegangen sind, denn wir haben in den vergangenen 24 Stunden keine Überlebenden mehr gefunden."

Jedes Jahr versuchen hunderte Flüchtlinge, per Boot Australien zu erreichen. Die australische Marine fängt regelmäßig Boote ab und schafft die Insassen in ein Lager auf der Weihnachtsinsel. Vor einem Jahr kamen dort 50 Flüchtlinge ums Leben, weil ihr Boot in schwerer See an den Klippen zerschellte.

cte/AP/Reuters/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.