Unglück von Madrid Spekulationen über weitere technische Mängel

Tage nach der Flugzeugkatastrophe von Madrid werden weitere technische Mängel an der Maschine bekannt: Spanische Zeitungen berichten, der Jet sei drei Tage mit einem abgeschalteten Umkehrschub-Mechanismus geflogen - doch Spanair beschwichtigt.


Madrid - Technischer Defekt oder menschliches Versagen? Wie die spanische Presse am Donnerstag berichtete, war der Jet vom Typ MD-82 vor dem Absturz drei Tage lang mit einem abgeschalteten Umkehrschub-Mechanismus geflogen.

Die Schubumkehr an einem der beiden Triebwerke war demnach am 17. August aufgrund technischer Probleme blockiert worden. Am 20. August stürzte die zweistrahlige Maschine unmittelbar nach dem Start vom Madrider Flughafen ab. 154 Menschen starben, 18 Insassen überlebten mit teilweise schweren Verletzungen.

Am Dienstag hatte die Zeitung "El Mundo" dagegen berichtet, der Umkehrschub-Mechanismus der Maschine sei beim Start aktiviert gewesen.

Die Fluggesellschaft Spanair wies darauf hin, dass es bei Maschinen dieses Typs durchaus zulässig sei, eine begrenzte Zeit mit einem abgestellten Umkehrschub-Mechanismus zu fliegen. Der Umkehrschub dient bei der Landung als zusätzliche Bremse.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Maschine schon vier Wochen vor dem Unglück wegen einer Panne nicht abheben konnte. Auf Mallorca hatte sie damals wegen eines defekten Fahrwerks umkehren müssen.

han/dpa

insgesamt 703 Beiträge
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derreibert 21.08.2008
1. Gute Fluggesellschaften aussuchen, das minimiert das Risiko.
Zwar sind Fluglinien wie Quantas, Lufthansa, Air France o.ä. teurer als viele Billigkonkurrenten, doch fühle ich mich bei ihnen sicherer. Irgendwo muss das Geld ja eingespart werden, wenn Flüge durch halb Europa für wenige Euro angeboten werden. Bei dem Absturz einer Helios-Airways-Maschine 2005 und den vorangegangenen technischen Problemen dieser Fluglinie kam ans Licht, dass bei Ersatzteilen und Wartung gespart wurde. Bei Billig-Fliegern fühle ich mich NICHT sicher. Diese Spanische Fluglinie ist auch eine sehr günstige, doch ob dort an der falschen Stelle gespart wurde, können erst die Untersuchungen ans Tageslicht bringen.
Joachim Baum 21.08.2008
2.
Zitat von sysopDas Unglück in Madrid schockierte Reisende und die Flugbranche. Wie sicher fühlen Sie sich derzeit beim Fliegen?
Immer noch sicherer als im Auto, die Unfallstatistik gibt mir in meinem Gefühl sogar Recht.
fucus-wakame 21.08.2008
3. moderne Verkehrsmittel vermeiden
Man kann auf moderne Verkehrsmittel durchaus verzichten (Flugzeug, Auto, Bahn) und auch mal häufiger zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Also ein aktiver Beitrag zur Sicherheit.
Sackaboner 21.08.2008
4.
Betrachtet man die Geschichte der Flugzeugunglücke, dann ist unverständlich, wie der Start trotz Mängeln freigegeben werden konnte. Vor einigen Jahren gab es ein ähnliches Unglück mit einer Concorde, bei der auch ein Triebwerk brannte. Warum hat man nichts daraus gelernt und Kameras installiert, die den Piloten den Zustand der Triebwerke zeigen. Warum gibt es keine automatischen Feuerlöschanlagen in den Triebwerken? Bedarf es immer erst einer Katastrophe, damit augenscheinliche Mängel behoben werden?
deuterius 21.08.2008
5.
Zitat von fucus-wakameMan kann auf moderne Verkehrsmittel durchaus verzichten (Flugzeug, Auto, Bahn) und auch mal häufiger zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Also ein aktiver Beitrag zur Sicherheit.
Klar, wenn man im Dunstkreis seiner Behausung lebt. Arbeiten Sie ?
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