Feuerwehreinsätze an Silvester Tausendmal ist was passiert

Silvester ist bei Weitem nicht für jeden die schönste Nacht des Jahres. An vielen Orten passierten Unglücke und Randale. Ein Überblick über brennende Böller und eine attackierte Straßenbahn.

In Ruppertshofen brannte es in einem Flüchtlingsheim für Kinder und Jugendliche
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In Ruppertshofen brannte es in einem Flüchtlingsheim für Kinder und Jugendliche


Für viele Menschen begann das neue Jahr mit spektakulären Feuerwerken und ausgelassenen Partys - aber nicht für alle. Auch in der Silvesternacht passierten Unfälle und Unglücke. Besser gesagt: gerade in dieser Nacht. Oft brannten nur Mülleimer. Doch manche Vorfälle waren deutlich ernster:

Die Hamburger Feuerwehr rückte mehr aus 1000-mal aus, um Brände zu löschen und Verletzte zu versorgen. Bereits am Donnerstagnachmittag verletzte sich ein 55-Jähriger beim Zünden eines Böllers so schwer, dass Teile seiner Finger amputiert wurden.

Auch in Wurzbach in Thüringen verlor ein 25-Jähriger einen Daumen und einen Zeigefinger, als ein illegaler Feuerwerkskörper in seiner Hand explodierte.

Mehr als 90 Menschen mussten in Hamburg-Altona aus einem brennenden Altersheim gerettet werden. Drei von ihnen erlitten leichte Verletzungen. Auslöser für den Brand war vermutlich eine Feuerwerksrakete, wie ein Polizeisprecher sagte. Sieben Wohnungen im obersten Stockwerk seien nach den Löscharbeiten unbewohnbar.

Insgesamt wurden in Hamburg mehr als 70 Menschen durch Feuerwerk verletzt.

Die Berliner Feuerwehr rückte in der Silvesternacht sogar mehr als 1500-mal aus. Das waren etwa 200 Einsätze mehr als beim vergangenen Jahreswechsel. Besonders schlimme Brände habe es in der Nacht aber nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

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In Dresden attackierten zehn Vermummte eine Straßenbahn. Sie blockierten zunächst mit Warnbaken die Gleise am Neustädter Markt, wie die Polizei mitteilte. Als die Bahn stoppen musste, sprühten zwei Unbekannte Graffiti auf die Wagen. Passanten, die das verhindern wollten, wurden von der Gruppe angegriffen. Die Vermummten flohen anschließend vor der Polizei.

In Ruppertshofen in Baden-Württemberg brannte am frühen Morgen ein Flüchtlingsheim für Kinder. Niemand wurde verletzt, weil ein aufmerksamer Betreuer die zehn schlafenden Kinder und Jugendlichen rechtzeitig weckte. Der Brand war ersten Ermittlungen zufolge in einer Garage ausgebrochen und hatte sich dann ausgebreitet. Die Polizei war sich zunächst nicht sicher, ob Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst hatten.

Bei einer Silvesterparty in einem Landhotel In Datteln in Nordrhein-Westfalen wurden rund 15 Menschen verletzt. Eine Feuerwerksbatterie sei umgestürzt und habe in die Zuschauermenge gefeuert, sagte ein Polizeisprecher. Einer 24-jährigen Mitarbeiterin des Hotels musste wegen der schweren Verletzung ein Fuß amputiert werden.

In Merseburg in Sachsen-Anhalt beschossen Rechtsextreme eine Flüchtlingsunterkunft mit Feuerwerkskörpern und beleidigten Polizisten, die die Unterkunft sicherten. Zwei Beamte wurden von einer Bierflasche getroffen, blieben jedoch unverletzt.

Dass selbst die kleinste Pyrotechnik böse Folgen haben kann, erfuhr eine Feiernde in Stuttgart. Sie zündete eine Wunderkerze an, ließ sie dann aber fallen und steckte so Möbel und eine Stereoanlage in der Wohnung in Brand.

lov/dpa



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