Katholische Kirche Uno attackiert Vatikan wegen Verschleierung von Kindesmissbrauch

Mit deutlichen Worten kritisiert die Uno das Verhalten des Vatikans bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen. Der Kirchenstaat habe systematisch den Ruf der katholischen Kirche über den Schutz von Kindern gestellt.

Geistlicher mit Rosenkranz: Täter "sofort Behörden überstellen"
Corbis

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Genf - Die Uno hat dem Vatikan erneut vorgeworfen, nicht mit aller Kraft gegen den Missbrauch von Kindern durch Geistliche vorzugehen. Der Ruf der katholischen Kirche sei systematisch über das Wohl von Kindern gestellt worden, heißt es in einem Bericht des Uno-Komitees für die Rechte des Kindes, der in Genf vorgestellt wurde. Der Vatikan habe eine Politik gepflegt, die es Priestern erlaubt habe, sich an Kindern zu vergehen.

Die Uno-Kinderrechtsexperten forderten den Vatikan auf, Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche öffentlich zu untersuchen. Überführte Täter müssten umgehend der Justiz übergeben werden, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem verlangen die Experten verbindliche Regeln im Kirchenrecht, die Kinder künftig besser vor Missbrauch in katholischen Institutionen schützen sollen.

"Das Komitee ist schwer besorgt, dass der Heilige Stuhl das Ausmaß der verübten Verbrechen nicht anerkannt hat", heißt es in dem Papier. Man bezweifele, dass die katholische Kirche die "notwendigen Maßnahmen" getroffen habe, um "die Kindesmissbrauchsfälle aufzuklären und die Kinder zu beschützen". Es bereite der Uno große Sorge, dass der Vatikan "Regeln und Methoden angenommen hat, die zu einer Fortführung des Missbrauchs durch und einer Straffreiheit der Täter geführt haben".

Der Vatikan erklärte in einer ersten Reaktion, er nehme die Vorwürfe "zur Kenntnis". Zugleich warf der Heilige Stuhl dem Gremium einen "versuchten Eingriff" in seine Lehre vor. Das betreffe einige Punkte, in denen es um die Lehre der katholischen Kirche zur Würde des Menschen und zur Ausübung der Religionsfreiheit gehe. Er bekräftigte aber auch seine Verpflichtung, die Rechte von Kindern im Einklang mit der Uno-Kinderrechtskonvention zu verteidigen und zu schützen.

Bereits bei einer Anhörung Mitte Januar hatte der Uno-Ausschuss dem Vatikan mangelnde Aufklärung vorgeworfen. Details über das Ausmaß von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche seien unter Verschluss gehalten worden. Der Vatikan betonte damals, mit aller Macht gegen Kindesmissbrauch vorzugehen, weigerte sich jedoch, einen vom Uno-Komitee geforderten Bericht zu Einzelheiten des Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren vorzulegen.

Das Uno-Komitee kritisiert die Kirche zudem wegen ihrer Einstellungen zu Homosexualität, Empfängnisverhütung und Abtreibung scharf. Der Vatikan solle seine Politik diesbezüglich überdenken, um die Rechte der Kinder zu gewährleisten und ihnen Zugang zu medizinischer Versorgung zu garantieren.

Die Forderungen des Uno-Komitees sind nicht verbindlich. Der Ausschuss fordert den Vatikan auf, die Empfehlungen umzusetzen und 2017 Bericht zu erstatten.

gam/AP/Reuters



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