Uno-Klimagipfel in Cancún Jubel im Mondpalast

Und sie bewegen sich doch: Überraschend einigten sich die Teilnehmer des Uno-Klimagipfels in Cancún im Dezember auf ein Abschlussprotokoll. Christoph Seidler war bei der Nachtsitzung dabei - in unwirklicher Atmosphäre.

Protest-Installation oder Hotel-Deko? In Cancún musste man sehr genau hinschauen
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Protest-Installation oder Hotel-Deko? In Cancún musste man sehr genau hinschauen


Hinter unserem Hotel, ein paar Schritte entfernt vom karibischen Sandstrand, lässt sich erleben, wie sich die Welt - sagen wir, auf den Malediven - wohl in absehbarer Zeit anfühlen wird. Ein halbes Dutzend Plastiktische steht hier, jeder mit zwei Schwingstühlen - allesamt im kniehohen, warmen Wasser. Die Frühstücksgelegenheit im Pool ist ein Service für extravagante Hotelgäste. Das Arrangement könnte aber auch von den Medienprofis bei Greenpeace inszeniert worden sein.

Auf dem Uno-Gipfel im mexikanischen Badeort Cancún verhandeln die Staaten der Welt zwei Wochen lang, wie sie die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden können. Die Erwartungen an das Treffen sind extrem niedrig. Nach dem Fiasko vor einem Jahr in Kopenhagen traut sich niemand, auf einen neuen Vertrag zu hoffen. Während in der dänischen Hauptstadt noch die wichtigsten Staats- und Regierungschefs verhandelten, sind nach Cancún meist nur die zuständigen Minister gereist.

Doch bereits während der Gespräche zeichnet sich ab: Das Treffen könnte einen Erfolg bringen. Zu groß ist die Angst aller Beteiligten, wieder mit leeren Händen dazustehen. Vielleicht hilft auch die angenehme Umgebung in der palmengesäumten Anlage des Luxushotels Moon Palace, das mexikanische Essen an der frischen Luft in der Mittagspause, die Margaritas am Abend - wer weiß das schon.

Der Gipfel geht jedenfalls mit bestmöglichem Ergebnis zu Ende: In einer nervenaufreibenden Nachtsitzung einigen sich die Diplomaten. Nur Bolivien widerspricht, wird aber von der mexikanischen Gipfelpräsidentschaft kaltgestellt.

Der Abschluss von Cancún sorgt dafür, dass die Uno-Klimagespräche zumindest weitergehen können. Auf einigen Gebieten, zum Beispiel beim Urwaldschutz, gibt es sogar echte Fortschritte. Die Staaten der Welt wollen außerdem daran arbeiten, dass die Durchschnittstemperatur in der Atmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts um nicht mehr als zwei Grad steigt.

Doch wie das Ziel erreicht werden soll, ist noch immer nicht recht klar. Denn die konkreten Maßnahmen von Cancún werden nach Ansicht von Forschern zu einer Erwärmung von mehr als drei Grad führen - wenn sie denn überhaupt vollständig umgesetzt werden. Viel bleibt also noch zu entscheiden: Können sich die Industrieländer trotz Unmut in ihren Bevölkerungen zu ambitionierteren CO2-Reduktionszielen durchringen? Welchen Beitrag leisten schnell wachsende Staaten wie Indien oder China? Und woher sollen eigentlich die Milliardensummen kommen, die das Verhandlungsergebnis den Entwicklungsländern verspricht?

Im kommenden Jahr zieht der Treck der Klimadiplomaten und Aktivisten, der Journalisten und Wirtschaftsvertreter weiter nach Südafrika. Wenn in der Hafenstadt Durban verhandelt wird, müssen die Staaten ein paar wichtige Entscheidungen treffen, vor denen sie sich in Mexiko einmal mehr gedrückt haben. Auch der Malediven wegen.



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freiheit_wohlstand 24.12.2010
1. Auf Thema antworten
Zitat von sysopUnd sie bewegen sich doch: Überraschend einigten sich die Teilnehmer des Uno-Klimagipfels in Cancún im Dezember auf ein Abschlussprotokoll. Christoph Seidler war bei der Nachtsitzung dabei - in unwirklicher Atmosphäre. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,734607,00.html
Bei diesem Treffen in Cancun hat sich mal wieder gezeigt, wie realitätsfern sich unsere politischen Entscheidungsträger bewegen. Es ist nicht möglich, die Temperatur bis auf einer Art globaler Wunschtemperatur zu regulieren. Es ist ja noch nicht einmal möglich, die Temperaturen der Zukunft vorherzusagen. "In climate research and modeling, we should recognize that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible." Diese Worte kommen nicht von einem sog. Klimaskeptiker oder Kritiker, sondern vom IPCC selbst. Ob bürokratische Amtsschimmelproduzenten davon wissen? Seit letztes Jahr, als die IPCC-Peinlichkeiten (Himalaya 2035) langsam in der Presse diskutiert wurden und vor allem seit Climategate("hide the decline") ist es an der Zeit das Thema AGW zu beerdigen. Es gibt wichtigeres auf der Welt. Der Glaubwürdigkeitsverlust des Welt-Voodoo-Rates namens IPCC ist irreparabel. Von dem einen oder anderen Klimaforscher (Mann, Jones etc.) mal ganz zu schweigen. Spätere Generationen werden sich über diesen ewig wiederholenden Alarmismus köstlich amüsieren und die infantile Anhängerschaft dieser lächerlichen Katastrophienorgien verspotten. Bis der nächste Klimagipfel in Südafrika stattfindet, indem die Details über die gigantische Umverteilung der industrialisierten westlichen Welt an diktatorische Bestien verhandelt wird, stellen sich die Anhänger der AGW-These mit ihren affigen Zappeleien in eine Ecke hin und schämen sich solange. Ihr steht nämlich mit runtergelassener Hose dar!
Weißlicht 27.12.2010
2. Armut für Alle
Erklären Sie mal einem Menschen, der sich jeden Tag kilometerweit über das Land zur Arbeit bewegt, dass er den Job wohl vergessen kann, weil das Autofahren jetzt viel zu teuer geworden ist. Dass er sein - hoffentlich vorhandenes - Eigenheim im Grünen vergessen kann, wertlos, so weit draußen ist jetzt wieder die Ödnis. Dass es keine Zukunft für seine Kinder gibt, weil Sie in Ihrer Phantasie (!) die Horrorvision einer Welt in 500 Jahren haben. Schon vor dem Jahr 1000 glaubten Menschen, vierstellige Jahreszahlen würde es nie geben und die Welt müsste untergehen. Solche "Visonen", vielleicht Ängste vor dem eigenen Tod, sollten behandelt werden. Erklären Sie dem, der heute schon nicht viel Geld hat, warum seine Stromrechnung bald 200 Euro beträgt. Warum er bei 12 Grad minus erbärmlich friert. Erklären Sie dem Selbständigen, der für Aufträge um die Welt fliegen muss, dass er bei 5000 Euro pro Flug (?) seine 20 Angestellten und sich zum Arbeitsamt schicken muss. Und dann redet man, dass Demokratie wohl doch eine schlechte Regierungsform sei. Denn sie erlaube es nicht, "schnell und konsequent" zu reagieren, "unangenehme" Entscheidungen zu treffen. Das ist entlarvend. Stalin und andere waren hier wohl die Vorbilder! Wenn Sie ernsthaft Verantwortung übernehmen wollen, was in hunderten von Jahren _vielleicht_ geschieht... Blicken Sie mal in die andere Richtung: vor 500 Jahren musste Heinrich VIII entscheiden, ob er der katholischen Kirche den Gehorsam verweigern kann. In Segelschiffen fuhren sie um die Welt, waren froh, lebendig dort anzukommen. In 500 Jahren sind diese Fanatiker von heute nur noch eine Notiz in einem Geschichts-"Buch", das Interessierte vielleicht lesen.
solcontruran 29.12.2010
3. Cancun sucht Lösungen
Klima- und Ressourcenschonung? So what! "Es gibt wichtigeres auf der Welt... Ihr steht nämlich mit runtergelassener Hose dar!" Wer mit runtergelassenem Visier vor seinem Hirn darsteht (!), wird sich schon bald zeigen. Interessant ist hingegen die Meinungsäußerung von "Weißlicht" zuvor, der Angst vor steigenden Benzin- und Energiepreisen hat, aber nichts von Klima- und Ressourcenschutz zu halten scheint. Dümmer gehts nimmer... Lieber "freiheit_wohlstand"! Wer glaubt, er könnte seine "freie Fahrt für freie Bürger" und seinen "Wohlstand" auf Kosten der Menschen in anderen Regionen und künftiger Generationen und blind für alle Risiken und Nebenwirkungen weiter austoben, sitzt eher im Glashaus (mit Treibhauseffekt!)als er denkt. Dann jammert "Freiheit und Wohlstand" über knappes Öl und teure Spritpreise und hat alles getan, damit es schnellstmöglich genau dazu kam.
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