Dieser Artikel ist der wohl erfrischendste zwischen all der Kriegstreiberei und Islamdebatten und zeigt plakativ eine menschliche Seite. Für mich, so simpel und sympathisch, einer der besten des Jahres!
Pointe?
Und die Pointe ist..?
Was für einen Sinn hat dieser Beitrag?
In der Türkei spricht man türkisch, in Pakistan Urdu. Insofern ist es klar, das Arabisch mit einer lokalen gebetet wird. Ein Gottesdienst in Stuttgart klingt auch anders als einer in Hannover und auch die Kirchenglocken läuten zeitversetzt in D. Wer reines arabisch hören will, soll nach Saudi Arabien kommen. Da wird man ihn dann belehren, dass das arabisch in Jeddah und Mekka auch unterschiedlich ausgesprochen wird.
Zitat von Lachhaft2kWas für einen Sinn hat dieser Beitrag?
Sofern Sie nicht Ihren eigenen meinten: einen informativen Sinn.
zu meiste wird eine CD aufgelegt und dann hats sichs !
"Die qualitativen Unterschiede bei Mikrofonen und Lautsprechern auf den Minaretten sind gewaltig, in etwa so wie zwischen einem Joghurtbechertelefon und einem iPhone." Da stellt sich mir doch gleich die Frage, welches dieser Geräte wohl den besseren Klang hat. Wahrscheinlich der Joghurtbecher, denn egal wie man ihn hält, der Empfang bleibt erhalten.
Ich beneide den Autor. Er kann sich aussuchen, wo er sich den besten Singsang anhört. Vermutlich bei einer Tasse gutem schwarzen Tee im romantischen Istanbul, während er am Bosporus sitzt. Stell ich mir toll vor... Ich muss mir das jeden Tag anhören und die aussprache ist mir reichlich egal. Kirchenglocken, die hören wir hier nicht, aber das macht ja Sinn, weil wir locker 3% Moslems hier haben, da kann man die anderen 97% Prozent schon beschallen... Aber das ist so ist das mit der Romantik. Wenn man gezwungen wird jeden Tag, empfindet man das als weniger toll.
Ich beneide den Autor. Er kann sich aussuchen, wo er sich den besten Singsang anhört. Vermutlich bei einer Tasse gutem schwarzen Tee im romantischen Istanbul, während er am Bosporus sitzt. Stell ich mir toll vor... Ich muss mir das jeden Tag anhören und die aussprache ist mir reichlich egal. Kirchenglocken, die hören wir hier nicht, aber das macht ja Sinn, weil wir locker 3% Moslems hier haben, da kann man die anderen 97% Prozent schon beschallen... Aber das ist so ist das mit der Romantik. Wenn man gezwungen wird jeden Tag, empfindet man das als weniger toll.
Uhrenvergleich
mir wurde erklärt, dass in Istambul die Reihenfolge des Gebetsrufes benachbarter Moscheen abgesprochen ist. Daduch kann man nacheinander mehrere Gesänge genießen.
Selbst bei der Blauen Moschee in Istambul höhrt man zu Beginn und am Ende des Gebetsrufes ein lautes Knacken aus den Lautsprechern.
Wer Arabisch beherrscht weiß, dass "Allahu Akbar" mit "Allah ist größer" übersetzt wird - nicht "Gott ist groß"!
Lustiger Artikel. Nicht so bier-ernst wie sonst.
Möglichst lange, möglichst laut, möglichst aufdringlich!
Als Ezan-Geschädigter muss ich Ihnen widersprechen. Kein Muezzin sagt „akbar“. Die wichtigsten Variationen sind: ekber, akbal, ekbel. Nur auf akbil habe ich bisher vergeblich gewartet. Meine Privattheorie: die Türken versuchen dem unbekannten Arabisch einen türkischen Sinn unterzujubeln. Ekber – Eigenname, akbal – reiner Honig, ekbel – frei übersetzt: „Stütze“; akbil – smart ticket der Verkehrsbetriebe Istanbul – bisher unbestätigt. Der Imsak wurde/wird gerne dazu mißbraucht, um die Gläubigen und vor allem die Nichtgläubigen eine Stunde vor Sonnenaufgang massiv zu peinigen. Statt 2-3 Minuten wurde/wird bis zu einer halben Stunde und länger gekräht. Die „Alzheimer“ machen alle 2-3 Worte eine halbe Minute Pause. Weitere Tricks sind: nuschel, nuschel, nuschel – bis zum rettenden Refrain: hehehe, hehehe, hehehe. „Pusten, klopfen, Test, Test“ war in die frühen 2000er Jahren ein tägliches Ärgernis. Auf Proteste der Bevölkerung hin hat sich einiges geändert. Aber es nervt immer noch gewaltig. Als Gegenmittel empfehle ich Alibaba von den Comedian Harmonists.
"Genießen"...
...ist im Falle dieses Singsangs und bei der Qualität der Lautsprecheranlagen eher ein Euphemismus. Ein Erlebnis ist es aber allemal, wenn um 5 Uhr morgens bei Sonnenaufgang diese Sirenen losgehen. Ich hatte mehrere Jahre das Vergnügen, in Istanbul zu wohnen...
Wirklich ein schönes Thema. Ein paar sachliche Anmerkungen:
a) Wie bereits erwähnt sind weder Türken noch Pakistani arabische Muttersprachler, daher sei ihnen ein Akzent verziehen.
b) Der Satz "Das erste Gebet des Tages erfolgt kurz vor Sonnenaufgang, das letzte kurz nach Sonnenuntergang." stimmt leider nicht. Der erste Gebetsruf (arabisch "Adhan") ist zu Beginn der Dämmerung, d.h. je nach geografischer Lage rd. 1-2 Stunden vor Sonnenaufgang. (Das Gebet heißt "Fajr"). Das letzte Gebet ist wiederum rd. 1-2 Stunden nach Sonnenuntergang. (Es heißt "Isha'".) Es gibt auch ein Gebet direkt nach Sonnenuntergang, dies ist allerdings das vorletzte. (Es heißt "Maghrib".))
c) Den schönste Adhan in der ganzen arabischen Welt gibt es m.E. übrigens in Palästina. Dort ist auch die Qualität der Lautsprecher ziemlich gut. Außerdem ist der Adhan synchron über alle Moscheen, d.h. er wird von einer Moschee auf die Lautsprecher aller Moscheen in einer Stadt übertragen. Dadurch gibt es kein Stimmengewirr sondern der Gebetsruf ist klar, deutlich und wunderschön.
@crucifer: Das stimmt nicht ganz! Der Superlativ ist hier in der Übersetzung mit dem Komparativ gleichgesetzt. Aber zurück zum Thema: Was bitte war die Intention für diesen Lückenfüller-Artikel?
Desweiteren fand ich es in Kairo und Alexandria immer sehr schön, einen Stimmen-Kanon zu hören, auch mit unterschiedlicher Qualität. Die Vielfalt macht es schöner und den Text kennt ja sowieso jeder Muslim.
Wenn schon Haare spalten, dann bitte richtig.
Wenn man sich mit ein wenig mit der arabischen Sprache auskennt, weiß man, dass "akbar" das Superlativ von "kabir"(groß) ist. Somit ist Gott weder groß, noch größer sondern der Größte.
Genießen?
Zitat von Zappa_forever...ist im Falle dieses Singsangs und bei der Qualität der Lautsprecheranlagen eher ein Euphemismus. Ein Erlebnis ist es aber allemal, wenn um 5 Uhr morgens bei Sonnenaufgang diese Sirenen losgehen. Ich hatte mehrere Jahre das Vergnügen, in Istanbul zu wohnen...
Genießen? Ich verbinde Todesängste mit diesem "Singsang": Als ich einmal vor vielen, vielen Jahren in einem Hotel in Agadir weilte, begleitete uns ein Miturlauber auf einen Bummel durch die Innenstadt. Als plötzlich der vielgepriesene Singsang vom Minarett erschallte, erdreistete sich unser offenbar dem Wahnsinn verfallene Begleiter, Klang und Melodie des Rufers mit deutschen Schmähworten lautstark nachzuäffen. Nur dass wir dem Irren geistesgegenwärtig mit vereinten Kräften sofort den Mund zuhielten, verhinderte wahrscheinlich, dass wir den Rest unseres Lebens langsam in einem islamischen Kerker verrecken mussten.
Wo bitte
Zitat von j.huntenbergweil wir locker 3% Moslems hier haben, da kann man die anderen 97% Prozent schon beschallen... Aber das ist so ist das mit der Romantik. Wenn man gezwungen wird jeden Tag, empfindet man das als weniger toll.
Wo in D ruft der Muezin aus, ich habe weder in Bankfurt noch in Koeln oder Berlin einen gehoert - selbst in London ist keiner zu vernehmen.
Der Grund warum der Adhan nicht vom Band kommen darf liegt darin begründet, dass die Niyyah (Absicht) eine Rolle spielt. Der Muezzin muss sich vor jedem Adhan vornehmen, genau für dieses Gebet, welches zu dieser Zeit gerade dran ist, den Adhan zu rufen. So wie der Betende sich für jedes Gebet die Absicht fassen muss, eben dieses Gebet zu beten. Dies würde bei der Elektronik wegfallen....
Ich meine, dass aufgrund der strengen Vokalharmonie in der türkischen Sprache "Allahü akbar" einem Muttersprachler nicht über die Lippen käme. Es müsste "Allahi akbar" heißen, allerdings mit dem türkischen "i ohne Punkt".
Ich war öfters und auch längere Zeit in muslimischen Ländern...
Der frühe Gebetsruf eines Muezzins in einem kleinen Wüstenort hinterlässt sicherlich etwas tief Beeindruckendes.
Auf dem Campingplatz von Casablanca schrack ich aus tiefem Schlaf auf - ich dachte, der 3 WK sei ausgebrochen - es war wirklich dem Heulen von Sirenen
und Scheppern etc. ähnlicher als alles, was man unter 'Gebet' verstehen könnte...
Mein Eindruck!
Aber gut, dass man in den orientalischen Ländern mit sowas recht locker umzugehen scheint - und klar: alles von Band/Platte etc. Es knackt immer....
Muezzinruf in Deutschland jibbet nicht? Doooch... in Düren beispielsweise. Ich wünsche ein wirklich angenehmes und genussvolles Klangerlebnis. http://www.youtube.com/watch?v=uzGrKksJrho
Ein minimal zeitversetzter, von allen Seiten einsetzender Gebetsruf hat tatsächlich etwas musikalisches, fast schon magisches, und erinnert an Steve Reichs Tonband-Phasing oder an die polyphonen Soundscapes eines Luc Ferrari. Wer allerdings schon einmal direkt neben einer Moschee in einem islamisch dominierten Land gewohnt hat, weiß, dass von dort nicht nur der Gebetsruf übertragen wird, sondern häufig auch der komplette Gebetsritus und alles Drumherum (das Kommen und Gehen, Zwischenrufe etc.). In Indonesien werden am Wochenende gerne Kinder ans Mikro gelassen, die sich bis zu einer Stunde lang bei voller Lautstärke daran auslassen - und das fünfmal täglich, auch im Morgengrauen. Das klingt dann eher, sorry, nach Geplärre und Gekreische. Manchmal werden auch Kassetten mit Predigten und Liedern laufengelassen, immer bei maximaler Lautstärke bis die Boxen knistern. Kirchenglocken sind dort übrigens komplett verboten.
Habe eine Weile in Jordanien neben einer Moschee gewohnt und die Muezzinrufe sehr genossen. Vor allem morgens, wenn gerade die Sonne aufgeht und die Luft klar und angenehm frisch ist, ist der Ruf sehr schön. Ich habe mich damals gefragt, ob es tatsächlich Leute gibt, die so früh aufstehen und Gott preisen, und dachte mir, dass zumindest teilweise eine CD abgespielt wird. Aber nein, das konnten mir meine jordanischen Freunde bestätigen, es läuft nie eine CD, sondern Gott wird immer "live" gepriesen.
Mir ging es genauso. Am Anfang bin ich morgens aufgewacht und habe gedacht:" Hä? Wo bin ich und was ist das für ein Lärm?" Heute vermisse ich es!
Macht sich die Zahl muslimischer Spiegel Leser bereits in der Auflage bemerkbar?
Achja, eine Anekdote noch: (ich hoffe, sie wird noch veröffentlicht) Ich war in Alexandria, mein bester Schulfreund hatte eine Pechsträhne im Leben, alles lief schief. Er sprach natürlich mit mir darüber (Deutscher) und mit anderen Freunden und Verwandten. Irgendwelche Schlaunasen gaben ihm den Tipp, zu einem EXORZISTEN nach Tanta, ein ganz kleineres Nest in Ägypten, zu fahren. Er traute sich nicht alleine und zwang mich förmlich, mitzugehen. Ich ging mit. Man watete praktisch zu dieser "Praxis" durch den Schlamm und wir gingen rein. Ich traute meinen Augen nicht. Da war MITTEN auf dem Dorf am letzten Ort, den jemand hier kennt, die aller modernste Musik-Anlage mit Montarbo-Boxen, die auch auf der Love-Parade hätten sein können. Langer Rede, kurzer Sinn: Demut ist doch ein fester Bestandteil der meisten Religionen, oder? Wieso in eine Anlage und Mikrophone investieren, wenn nebenan der Bettler hungert? Übrigens: Angeblich hat der weibliche Gegen-Djinn, den jeder Mann hat "sich in meinen Freund verliebt gehabt." Dies konnte ganz einfach durch 30-tägiges Gebet und eine relativ teure Zahlung an den "Exorzisten" beseitigt werden. So kann man sich natürlich eine teure Anlage kaufen. Da bleib ich lieber beim Knattern, Rauschen und "TEST, TEST, TEST!)
"Wer Arabisch beherrscht weiß, dass "Allahu Akbar" mit "Allah ist größer" übersetzt wird - nicht "Gott ist groß"!" Auch nicht richtig: akbar ist der Elativ von kabīr und hat hier die Bedeutung eines Superlativs: der Größte.
Habe es in meiner Zeit in Jerusalem immer sehr genossen, wenn es beim ersten Morgengrauen in schönsten Hocharabisch hieß "das Gebet ist besser als der Schlaf"
echt süß, wo können ich und andere Leser konvertieren?
Don't worry,...
Zitat von cuccoMacht sich die Zahl muslimischer Spiegel Leser bereits in der Auflage bemerkbar?
...ich bin 'getauft' und der thread nach 4 Seiten schon am Ende - das
Abendland ist - für diesmal! - gerettet...
Ist es denn keine Zumutung, wenn direkt nebenan ein Muezzin- am besten mit Lautsprecher- das Glaubensbekenntnis 5 mal am Tag rufen würde?! Früher, bevor es Lautsprecher gab, war der Ruf des Muezzin sicherlich weniger laut als mit techn. Verstärkung.
Ich bin mir sicher, sobald die Muslime in manchen Dörfern/ Gemeinden eine relative Mehrheit stellen, werden sie auf die Nutzung der Minarette Wert legen.
Um eines mal klarzustellen:
1. Der Ruf per Muezzin am Minarett ist nicht im Koran geregelt.
2. Das Glockengeläut ist mit dem Adhan/ Ezan nicht vergleichbar: Es ist keine menschl. Stimme und außerdem wird kein christl. aufgedrängtes Bekenntnis in die Umgebung posaunt, etwa wie " In Namen des Vaters und des Sohnes und... . Niemand kommt zum Vater außer durch ihn (Jesus). Kommet zum Gebet, denn das Gebet ist besser als der Schlaf etc. Halelujah/Amen".
Was würden die Muslime davon halten, wenn wir in Europa einen solchen Gebetsaufruf machen würden. Es gabe mit sicherheit mehr als nur Widerspruch, wahrlich!
Und die Pointe ist..?
...ist im Falle dieses Singsangs und bei der Qualität der Lautsprecheranlagen eher ein Euphemismus. Ein Erlebnis ist es aber allemal, wenn um 5 Uhr morgens bei Sonnenaufgang diese Sirenen losgehen. Ich hatte mehrere Jahre das Vergnügen, in Istanbul zu wohnen...
Wenn man sich mit ein wenig mit der arabischen Sprache auskennt, weiß man, dass "akbar" das Superlativ von "kabir"(groß) ist. Somit ist Gott weder groß, noch größer sondern der Größte.