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Tote nach Unwetter: Wassermassen stürzen Sardinien ins Chaos

Ein starker Sturm ist über die Mittelmeerinsel Sardinien hereingebrochen. Heftiger Regen ließ kleine Bäche meterhoch anschwellen, die Wassermassen rissen Autos und Brücken fort, etliche Häuser sind überschwemmt. Mindestens 16 Menschen kamen offenbar ums Leben, weitere werden vermisst.

Cagliari - Bei scheren Unwettern sind auf Sardinien offenbar mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl nannte Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Der Präsident der Region, Ugo Cappellacci, sagte, die Situation sei "leider wirklich dramatisch". Er sprach von einem "Jahrtausendhochwasser".

Wie italienische Medien in der Nacht zum Dienstag berichteten, wurden weitere verletzt, eine unbestimmte Zahl an Menschen wird vermisst. Hunderte mussten in Sicherheit gebracht werden.

Ein großer Teil der rund 55.000 Einwohner zählenden Stadt Olbia stand nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa unter Wasser. Die Schlechtwetterfront "Cleopatra" ließ zahlreiche Flüsse über die Ufer treten. Straßen und Häuser wurden überschwemmt. Der Sender Rai News zeigte Bilder von Flüssen, die sich in reißende Fluten verwandelten. Teilweise fiel der Strom aus. Manche Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Straßen- und Schienenverkehr war behindert. Schiffe und Flugzeuge hatten Verspätung. Viele Schulen sollten am Dienstag geschlossen bleiben. Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz.

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Zahlreiche Tote: "Cleopatra" wütet auf Sardinien
In Arzachena starben vier Menschen: Der 42-jährige Isael Passoni und seine Frau lebten dort mit den beiden Kindern Weriston, 20, und Laine Kellen, 16, in einer Souterrainwohnung. Sie starben, als die Wassermassen in das Haus eindrangen und es drei Meter hoch überfluteten. Von der Leiche der Mutter fehlt jede Spur.

Ein Mann, seine Frau und die Schwiegermutter starben beim Einsturz einer Brücke nahe der Stadt Olbia im Nordosten der Insel. Ein Polizist wurde getötet, als er mit drei Kollegen einen Krankenwagen eskortierte und das Polizeiauto von den Fluten mitgerissen wurde. Eine 64-jährige Frau starb, als ihr Haus in dem Dorf Uras im Südwesten der Insel überflutet wurde. Eine 90-jährige Frau kam in einem überschwemmten Haus nahe Nuoro im bergigen Zentrum Sardiniens ums Leben.

Eine Mutter und ihre Tochter wurden tot in ihrem Auto gefunden, das von den Wassermassen fortgerissen worden war, wie Ansa berichtete. Am Dienstagmorgen berichtete die Agentur, dass zudem drei Leichen in Torpè im Nordosten der Insel entdeckt wurden.

Zivilschutz-Chef Gabrielli, telefonierte wegen der schwierigen Situation mit Premierminister Enrico Letta. Zudem berief Gabrielli für den späten Abend eine Sitzung des Zivilschutzes ein. Auch am Dienstag soll "Cleopatra" weiter Regen bringen.

Gouverneur Cappellacci hat mit dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, gesprochen, um zu klären, ob Hilfe aus europäischen Fonds bereitgestellt werden kann.

bim/AFP/dpa

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