Unwetter im Mittleren Westen Tornados zerstören ganze US-Ortschaften

Mindestens 27 Menschen starben, mancherorts wurden ganze Ortschaften zerstört: Eine Serie von Tornados hat im Südosten und Mittleren Westen der USA eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es war bereits die zweite Unwetterfront in der Region innerhalb von zwei Tagen.

The Courier-Journal/AP

Henryville - Besonders schlimm traf es den US-Staat Indiana, dort meldeten Behörden mindestens 14 Tote. Ganze Ortschaften wurden am Freitag dem Boden gleichgemacht. "Gegen Mutter Natur in ihrer schlimmsten Erscheinung haben wir keine Chance", sagte der Gouverneur von Indiana, Mitch Daniels.

So meldete die Polizei schwerste Verwüstungen in einer 2000-Seelen-Gemeinde. "Marysville ist komplett zerstört", sagte ein Sprecher. Im etwa gleich großen Nachbarort Henryville gab es ebenfalls extreme Sturmschäden. Auf Luftaufnahmen, die von einem Hubschrauber fürs Fernsehen gemacht wurden, waren etliche zerstörte Häuser in Henryville zu sehen, bei einigen waren die Dächer abgedeckt.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge wurde die Highschool der Ortschaft zerstört, bei der benachbarten Mittelschule sei der zweite Stock weggerissen worden. Stühle aus den Klassenzimmern seien nach draußen gewirbelt worden. Den Behörden zufolge wurde zum Zeitpunkt des Unglücks Unterricht abgehalten, es gebe jedoch nur Leichtverletzte. In den Orten wurden Bäume entwurzelt, Autos hatten riesige Dellen von Hagelkörnern in der Größe von Baseballs.

Dach eines Hochsicherheitsgefängnisses beschädigt

Es war bereits die zweite Serie von Tornados in dieser Woche. Am Donnerstag waren bei Wirbelstürmen im Mittleren Westen der USA mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

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Tornados in den USA: Keine Chance gegen Mutter Natur

Die Unwetterfront reichte von der Golfküste bis zu den Großen Seen. Auch in den US-Staaten Alabama und Tennessee waren Dutzende Häuser beschädigt worden. Tausende Schulkinder in etlichen Staaten wurden vorsorglich nach Hause geschickt. Auch mehrere Universitäten hatten geschlossen. Offenbar ebenfalls durch einen Tornado wurde das Dach eines Hochsicherheitsgefängnisses in der Nähe von Huntsville beschädigt. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Den Behörden zufolge entkam keiner der etwa 2100 Insassen. 300 Häftlinge mussten in ein anderes Gebäude gebracht werden.

Im US-Staat Ohio kam Behörden zufolge ein Mensch ums Leben. Auch in Kentucky gab es Tote. Vergangenes Jahr kamen in den USA bei Tornados 550 Menschen ums Leben - so viele wie seit fast hundert Jahren nicht mehr. Die Schäden beliefen sich insgesamt auf knapp 29 Milliarden Dollar.

mmq/dapd/Reuters

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Phoenix2006 03.03.2012
1. Unwetter im Mittleren Westen: Tornados zerstören ganze US-Ortschaften
Zitat von sysopThe Courier-Journal/APMindestens 27 Menschen starben, teilweise wurden ganze Ortschaften zerstört: Eine Serie von Tornados hat im Südosten und Mittleren Westen der USA eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es war bereits die zweite Unwetterfront in der Region innerhalb von zwei Tagen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819013,00.html
Mein Mitgefühl Wenn in Ihrem Land so große Naturkatastrophen immer wieder Vorkommen sollte sie die langsam anfangen Atomkraftwerke und deren Technologie kritisch zu hinterfragen! Wie sollen regelgesteuerte Atomkraftwerke im Normbetrieb bleiben, wenn Sie von solchen großen Naturkatastrophen bedroht sind?
theresia 03.03.2012
2. Holzhäuser
Zitat von sysopThe Courier-Journal/APMindestens 27 Menschen starben, teilweise wurden ganze Ortschaften zerstört: Eine Serie von Tornados hat im Südosten und Mittleren Westen der USA eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es war bereits die zweite Unwetterfront in der Region innerhalb von zwei Tagen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819013,00.html
Mit Stein, Mörtel und Ziegel gebaut,anstatt mit Holz und Wellpappe, und die Zerstörungen wären wesentlich kleiner. Warum lernte man nicht aus der Vergangenheit ?
RogerRabit1962 03.03.2012
3. Der klimawandel
Zitat von sysopThe Courier-Journal/APMindestens 27 Menschen starben, teilweise wurden ganze Ortschaften zerstört: Eine Serie von Tornados hat im Südosten und Mittleren Westen der USA eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es war bereits die zweite Unwetterfront in der Region innerhalb von zwei Tagen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819013,00.html
Der Klimawandel, der Klimawandel ! Ich bin schon auf die ersten Postings gespannt...
founder 03.03.2012
4. Klimawandel und Peak-Oil
Die Zunahme katastrophaler Tornados muß man wohl auch mit dem Klimawandel in Zusammenhang bringen. Es gibt dazu nur eine Botschaft: Öl ist viel zu teuer. Jeder Nachfragedruck erhöht den Ölpreis. Jeder Ausfall von Förderanlagen erhöht den Ölpreis. Es gibt aber einen komplett anderen Markt Jeder Nachfragedruck verringert den Preis Mit jeder neuen Fabrik fällt der Preis. Das ist der Photovoltaikmarkt. Für die US Bürger die in anderen Maßsystemen denken habe ich die aktuellen Zahlen für den sonnigen Teil der USA zusammengefaßt. US Bürger rechnen nicht in Liter auf 100 km, sondern in Meilen pro Gallone. Aber hiet geht es um Meilen pro US$ So extrem billig ist Solarstrom im sonnigen Teil der USA: 120 Meilen pro US$ auf einem Elektroroller (http://auto.pege.org/moped.htm) 45 Meilen pro US$ mit dem Kleinwagen Mitusbishi iMIEV 25 Meilen pro US$ mit dem Crossover BYD e6 (http://auto.pege.org/typ/byd-e6.htm) 5 Meilen pro US$ mit dem BYD K9 Elektrobus für 60 Personen Öl ist schmutzig und teuer, gefährdet das Klima Solarstrom ist billig und sauber
wohlmein 03.03.2012
5. Die Armen !
Zitat von sysopThe Courier-Journal/APMindestens 27 Menschen starben, teilweise wurden ganze Ortschaften zerstört: Eine Serie von Tornados hat im Südosten und Mittleren Westen der USA eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es war bereits die zweite Unwetterfront in der Region innerhalb von zwei Tagen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,819013,00.html
Es dürften, schätze ich, wohl schon Untersuchungen darüber existieren, wie man - einigermassen - "tornadosicher" bauen müsste. Aber vermutlich könnten sich das die wenigsten leisten, und die entsprechende Bauindustrie dürfte auch eher rudimentär extistieren. Und so bleibt es bei eben bei der preisgünstigen Holzrahmenbauweise(?). Üblich war, zumindest früher, daß man sich beim Herannahen eines Tornados in einen neben dem Häusle sich befindenden Keller-Schutzraum zurückzog.
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