Aufräumen nach Unwettern "Es wird wieder krachen"

Heftige Unwetter in mehreren Regionen Deutschlands: Mancherorts ging die Regenmenge eines ganzen Monats nieder. Experten warnen: Es ist noch nicht vorbei.

DPA

Starke Regenfälle und heftige Gewitter haben in mehreren Teilen Deutschlands erhebliche Schäden verursacht. Am Morgen danach ist Aufräumen angesagt. Polizei und Feuerwehr sind vielerorts im Dauereinsatz. "Wir müssen die Keller leer bekommen", sagte ein Sprecher der Wuppertaler Feuerwehr. Knapp 550 Feuerwehrleute seien in der Stadt bei der Arbeit, viele davon seit mehr als 15 Stunden.

Wuppertal hatte einen Extrem-Regenguss erlebt: In der Region waren laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zeitweise 100 Millimeter Regen gefallen, also 100 Liter auf den Quadratmeter. "Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt", sagte ein Sprecher. Von der Stadt hieß es: "Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein." Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern - mindestens.

Video: Überflutete Straßen in Wuppertal

STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Unwetter hatte in Wuppertal erhebliche Schäden angerichtet, viele Straßen waren blockiert. Wassermassen drangen laut Polizei unter anderem in ein Einkaufszentrum ein. In der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos, auch das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein.

In Gießen stand die Notaufnahme unter Wasser

Bei Kleve am Niederrhein musste am frühen Morgen ein Autobahnzubringer voll gesperrt werden, um die Fahrbahn zu reinigen. Überschwemmungen hatten die Straße unbefahrbar gemacht. Im hessischen Gießen waren in der Nacht bis zu 300 Helfer im Einsatz. "Jetzt steht das große Aufräumen an", sagte eine Sprecherin. Zahlreiche Bäume waren hier umgeknickt, Straßen überflutet. Am Gießener Uniklinikum stand die Notaufnahme teilweise unter Wasser. Für etwa zwei Stunden konnten dort keine Notfälle aufgenommen werden.

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Heftige Unwetter: "Jetzt steht das große Aufräumen an"

In Bad Gandersheim in Niedersachsen hatte ein schweres Gewitter stundenlang über der Stadt gewütet. Die Polizei geht davon aus, dass dadurch ein Sachschaden in Millionenhöhe entstand. Mehrere Gebäude seien einsturzgefährdet, zahlreiche Keller vollgelaufen. Probleme habe es auch mit der Stromversorgung gegeben.

"Es ist keine Entspannung in Sicht"

In der Nacht waren auch schwere Unwetter über Bayern gezogen. In Unterfranken und in der Oberpfalz liefen Keller voll, Bäume wurden entwurzelt. Bei einem Verkehrsunfall wurde mindestens ein Mensch verletzt. In Regensburg waren Straßen zeitweise überflutet. In einigen Stadtteilen fiel für Stunden der Strom aus.

Schäden richteten die Gewitter auch im Landkreis Schweinfurt an. "Hier gingen bis 22 Uhr über 400 unwetterbedingte Notrufe ein", teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit.

Laut DWD wird das Wetter die Menschen weiter in Atem halten: In den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen kann es den Meteorologen zufolge den ganzen Mittwoch über kräftig gewittern. Auch Starkregen und Hagel sind möglich.

Vorhersage für ganz Deutschland: "Es ist keine Entspannung in Sicht." Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben: "Es wird wieder krachen."

fok/dpa



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