Unwetter in Frankreich Paris schließt Bahnlinie und Louvre

Die Unwetter in Teilen Europas schränken das öffentliche Leben in Paris ein: In der französischen Hauptstadt stellt eine Bahnlinie den Betrieb ein. Auch der Louvre schließt für den Publikumsverkehr.

Überschwemmungen am Eiffelturm
REUTERS

Überschwemmungen am Eiffelturm


Wegen unwetterartiger Regenfälle stellt die Bahn im Herzen von Paris den Betrieb teilweise ein. Von Donnerstagnachmittag um 16 Uhr an werde die Linie RER C innerhalb der Metropole nicht mehr verkehren, teilte das staatliche Bahnunternehmen SNCF auf Twitter mit. Grund dafür ist demnach der bedenklich hohe Pegel der Seine.

Der Abschnitt im Zentrum der Hauptstadt parallel zum Flussverlauf werde aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Zuvor waren bereits einzelne Stationen der Regionalbahn geschlossen worden. Zudem wurden niedrig gelegene Uferstraßen teilweise gesperrt.

Auch im weltberühmten Louvre kommt der Publikumsverkehr vorerst zum erliegen. In den unterirdischen Depots gelagerte Werke müssten in Sicherheit gebracht werden, teilte das Museum mit. Die in von Überschwemmungen bedrohten Räumen lagernden Werke sollten in höhere Etagen gebracht werden. Das bekannte Museum d'Orsay am Seine-Ufer wollte seine Türen ebenfalls vorzeitig schließen.

Wegen der heftigen Regenfälle der vergangenen Tage ist die durch Paris fließende Seine stark angeschwollen. Am Donnerstagnachmittag betrug der Pegelstand mehr als fünf Meter, am Freitag werden sechs Meter erwartet. Der Louvre, in dem unter anderem die Mona Lisa ausgestellt ist, liegt an der Seine.

Südwestlich der französischen Hauptstadt wurde eine 86-Jährige in ihrem überschwemmten Haus tot gefunden. Präsident Francois Hollande rief in den am schwersten betroffenen Regionen den Notstand aus. In Nemours, 75 Kilometer südlich von Paris, wurden 3000 der 13.000 Einwohner vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht.

In den vergangenen Tagen hatten Unwetter und heftige Regengüsse zu chaotischen Zuständen in Teilen Europas geführt. In Deutschland gab es vor allem im Süden und Westen mitunter schwere Verwüstungen, mehrere Menschen kamen in den Fluten ums Leben. Nach drei Vermissten suchen die Rettungskräfte noch.

Allein im niederbayerischen Hochwassergebiet sind noch etwa 3500 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Bayernwerk mitteilte. Seit Donnerstagmorgen seien rund 4000 Haushalte in der Katastrophenregion zwischen Simbach am Inn und Pfarrkirchen zwar wieder ans Netz gegangen. Die Bewohner müssten aber weiterhin mit kurzfristigen Unterbrechungen rechnen.

Im Video: Die Flutkatastrophe in Niederbayern

mxw/Reuters/dpa/AFP

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