Unwetter über Nordrhein-Westfalen Land unter in Münster

Heftige Gewitter sind über Nordrhein-Westfalen hinweg gezogen. Diesmal war es vor allem heftiger Regen, der zahlreiche Schäden verursachte. Besonders betroffen war die Region Münster.

DPA

Münster - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume: Erneut haben heftige Gewitter mit starkem Regen das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen heimgesucht. Besonders betroffen war die Region Münster. In der Innenstadt stürzte ein Baum auf ein Auto. Eine Frau darin wurde lebensgefährlich verletzt. Straßenunterführungen standen nach heftigem Regen mitunter mehr als 60 Zentimeter hoch unter Wasser, sagte ein Polizeisprecher.

Mehrere Autos blieben liegen und behinderten den Verkehr. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. "Derzeit zuckt hier ein Blitz nach dem anderen durch den Himmel und es schüttet wie aus Eimern", sagte ein Augenzeuge gegen 19.45 Uhr. Betroffen waren auch Universitätsgebäude. Ein Mitarbeiter berichtete, dass im Keller des Instituts für Kernphysik das Wasser über 50 Zentimeter hoch gestanden habe.

In 36.000-Einwohner-Stadt Greven regnete es fast zwei Stunden lang. "Bei 50 Millimeter ist der Messbehälter übergelaufen", sagte Hobby-Meteorologe Helmut Kämmerling den "Westfälischen Nachrichten". Die Feuerwehr registrierte am Abend bereits mehr als 500 Notrufe, meistens wegen vollgelaufener Keller. Die Polizei sperrte die Innenstadt für den Verkehr. Über Verletzte wurde dort zunächst nichts bekannt. Umgestürzte Bäume blockierten im Ruhrgebiet eine S-Bahn-Strecke.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schätzte am Abend nach der Auswertung von Radarbildern die Regenmengen in Greven und Ahaus auf mindestens 60 Liter pro Quadratmeter für einen Zeitraum von sechs Stunden. An einer Stelle seien nördlich von Münster zwischen 16 und 17 Uhr mehr als 40 Liter Regen gefallen, sagte ein Sprecher in Offenbach.

Die Gewitter waren von Süden her über das Land gezogen. Bereits am Nachmittag hatten Blitze in Schwalmtal am Niederrhein zwei Dachstühle in Brand gesetzt. In Hennef nahe Bonn traf ein Blitz ebenfalls einen Dachstuhl. Auch dort konnte die Feuerwehr den Brand löschen. Verletzt wurde an beiden Orten niemand.

Auch das Ruhrgebiet bekam ordentlich was ab: Im Bochumer Süden reichten wenige Minuten Starkregen, um Kellerräume, Wohnungen und Straßen unter Wasser zu setzen. Insgesamt musste die Feuerwehr mehr als 100 Mal ausrücken. Auch das Technische Hilfswerk war im Einsatz, wie die Stadt berichtete.

Zwischen Essen und Bochum stürzten Bäume auf die Gleise der S-Bahn-Linie S1. Die Bahn richtete auf diesem Abschnitt einen Busnotverkehr ein, wie das Unternehmen online mitteilte. Am Abend war nicht absehbar, wie lange die Strecke blockiert sein würde.

In den vergangenen Wochen und Monaten war es in Nordrhein-Westfalen mehrfach zu heftigen Unwettern gekommen. Die größte Verwüstung hatte Tief "Ela" an Pfingsten hinterlassen: Damals waren schwere Gewitter mit orkanartigen Sturmböen über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen. Bei einem der schwersten Unwetter der vergangenen Jahre kamen sechs Menschen ums Leben. Am Schienennetz entstand ein immenser Schaden, der nach Einschätzung der Bahn in Teilen der Region noch schlimmer ist als nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007.

jbe/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
regelaltersrentner 28.07.2014
1.
Zitat von sysopDPAHeftige Gewitter sind über Nordrhein-Westfalen hinweg gezogen. Diesmal war es vor allem heftiger Regen, der zahlreiche Schäden verursachte. Besonders betroffen war die Region Münster. http://www.spiegel.de/panorama/unwetter-starkregen-und-gewitter-ziehen-ueber-nordrhein-westfalen-a-983332.html
40 Liter in der Stunde, ist ein starker Regen, wir in unserem Ort in Mittelbaden hatten vor 14 Tagen bis zu 150 Liter in einer Stunde.
bersko 28.07.2014
2. Ein Tag am Meer
Heftig! Ich war heute in Holland am Meer, komme nach Hause und lese ,das hier im Pott und im Mland der Untergang tobte.
Paul Panda 29.07.2014
3. Bedrohlich
Zitat von sysopDPAHeftige Gewitter sind über Nordrhein-Westfalen hinweg gezogen. Diesmal war es vor allem heftiger Regen, der zahlreiche Schäden verursachte. Besonders betroffen war die Region Münster. http://www.spiegel.de/panorama/unwetter-starkregen-und-gewitter-ziehen-ueber-nordrhein-westfalen-a-983332.html
Ich habe den Eindruck, dass wir in diesem Sommer ganz besonders schlimm von Unwettern "gebeutelt" werden. Innerhalb der letzten zwei Monate war mein Keller trotz diverser Sicherheitsvorkehrungen schon zwei mal geflutet, weil das Wasser aus der überfüllten Kanalisation in die Kellergullys der Wohnhäuser zurückfloss. Der Regen war zeitweise so stark, dass er sogar durch normalerweise dichte Fensterritzen eindrang. Im Garten bildete sich ein Teich, dessen Ufer sich dem Haus bedrohlich näherte, weil die Böden mit Feuchtigkeit gesättigt sind, und aus der Dachrinne ergoss sich zeitweise ein breiter Wasserfall, weil das Fallrohr die Regenmengen nicht mehr verkraften konnte. Es ist sehr lange her, seit ich dies zum letzten Mal erlebt habe. Solche Ereignisse machen mir langsam Angst, weil ich mich machtlos und ausgeliefert fühle - auch wenn bisher zum Glück bei mir noch kein großer Schaden entstand. Man fragt sich, wie es weitergehen wird und ob es wirklich am Klimawandel liegt, oder nur Zufall ist.
thrlll 29.07.2014
4.
Zitat von regelaltersrentner40 Liter in der Stunde, ist ein starker Regen, wir in unserem Ort in Mittelbaden hatten vor 14 Tagen bis zu 150 Liter in einer Stunde.
40 Liter stimmt auch nicht, laut dpa/DWD sind es 150 Liter pro Quadratmeter gewesen. Am Ende ist das aber ziemlich wurscht, denn abgesoffen ist abgesoffen. Es sah und sieht unglaublich hier aus.
mwroer 30.07.2014
5.
Zitat von Paul PandaIch habe den Eindruck, dass wir in diesem Sommer ganz besonders schlimm von Unwettern "gebeutelt" werden. Innerhalb der letzten zwei Monate war mein Keller trotz diverser Sicherheitsvorkehrungen schon zwei mal geflutet, weil das Wasser aus der überfüllten Kanalisation in die Kellergullys der Wohnhäuser zurückfloss. Der Regen war zeitweise so stark, dass er sogar durch normalerweise dichte Fensterritzen eindrang. Im Garten bildete sich ein Teich, dessen Ufer sich dem Haus bedrohlich näherte, weil die Böden mit Feuchtigkeit gesättigt sind, und aus der Dachrinne ergoss sich zeitweise ein breiter Wasserfall, weil das Fallrohr die Regenmengen nicht mehr verkraften konnte. Es ist sehr lange her, seit ich dies zum letzten Mal erlebt habe. Solche Ereignisse machen mir langsam Angst, weil ich mich machtlos und ausgeliefert fühle - auch wenn bisher zum Glück bei mir noch kein großer Schaden entstand. Man fragt sich, wie es weitergehen wird und ob es wirklich am Klimawandel liegt, oder nur Zufall ist.
Das kann ich Ihnen relativ leicht erklären. Es fällt im Moment etwas mehr Regen als durchschnittlich (gemessen auf die letzten 100 Jahre) um diese Zeit. Da hat sich wirklich nicht viel verändert. Was sich verändert ist die Umgebung. Immer mehr Grünflächen, gerade in Vorgärten, werden zugepflastert. Immer weniger Fläche eignet sich damit zum versickern von Wasser - ergo fließt alles in die Kanalisation bzw. versucht erstmal dahin zu kommen. Parallel liegen schon die ersten Blätter auf den Straßen - meistens elegant mit dem Blattsauger dahin geputstet damit der eigene Vorgarten ordentlich aussieht und die verstopfen die Ablaufmöglichkeiten. Ergebnis - unzureichender Abfluß und das Wasser steigt. Die wenigen Sickerflächen die es gibt sind natürlich irgendwann mal gesättigt. Dann bilden sich irgendwann auch die zitierten Teiche :) Verstopfte Fallrohre und Regenrinnen tun ihr übriges. So kommt eins zum anderen und wenn ihr Kellereingang dann noch ein bisschen flacher liegt als gut wäre, haben Sie eine Überschwemmung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.