Unwetter Tennisballgroße Eisbrocken fielen vom Himmel

Ein schwerer Gewittersturm hat in Teilen Südwestdeutschlands gewütet. In Freiburg stand das Wasser 60 Zentimeter hoch in den Straßen, Bäume wurden umgerissen. Vom Himmel prasselten Hagelbrocken in der Größe von Tennisbällen. Auch über Großbritannien fegte der Sturm, zeitweise fiel der Strom aus.


Freiburg - Bei heftigen Gewittern in der Nacht und am Morgen knickten im Raum Freiburg Bäume um, Äste rissen ab und stürzten auf die Fahrbahn. Wegen des starken Regens liefen Keller und Straßenunterführungen voll, sagte ein Sprecher der Polizei. Etliche Straßen waren bis zu 60 Zentimeter hoch überflutet. Zeitweise hagelte es heftig. "Wir hatten eine dramatische Situation", sagte ein Feuerwehrsprecher.

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Unwetter: Hagelsturm im Juli

Binnen einer guten halben Stunde fielen in Freiburg mehr als 27 Liter Regen pro Quadratmeter, sagte der Meteorologe Oliver Klein vom Wetterdienst Meteomedia. Die Durchschnittsmenge für den gesamten Monat Juli liegt bei 80 Litern. Für heute warnen die Meteorologen vor weiteren Unwettern in Deutschland. Vor allem der Osten des Landes ist gefährdet.

"Es hat gegossen wie aus Kübeln", berichtete ein Polizeisprecher in Wiesbaden. In Bad Bergzabern (Landkreis Südliche Weinstraße) stand das Wasser in einigen Straßen der Altstadt kurzzeitig bis zu 30 Zentimeter hoch. Ein Blitz legte die Telefonanlage der Polizeiinspektion lahm. Notrufe wurden umgeleitet. In Heidelberg schlug ein Blitz in den Kamin eines Wohnhauses ein. Trümmer fielen auf die Straße und beschädigten Autos.

Stromausfälle in Großbritannien

Schwere Verwüstungen haben Sommerstürme und heftige Regenfälle in Südengland und Wales angerichtet. In mehr als 100.000 Haushalten fiel im Süden der britischen Insel vorübergehend der Strom aus. Im Fährverkehr zwischen England und Frankreich mussten gestern Abend mehrere Verbindungen gestrichen werden. Überschwemmungen und umgestürzte Bäume führten zu chaotischen Verhältnissen auf Straßen, Autobahnen und im Eisenbahnverkehr. Verletzt wurde aber nach Angaben der Behörden bei den "für die Jahreszeit ungewöhnlichen Wetterbedingungen" niemand.

Auf dem Trafalgar Square in London musste gestern Abend eine bisher einmalige Open-Air-Veranstaltung der Englischen Nationaloper abgesagt werden. Zwei Stunden vor Beginn teilten die Organisatoren den Zuschauern mit, dass die Aufführung von "La Bohème" nicht stattfindet. Der neue Gedächtnisbrunnen für Prinzessin Diana, der erst am Dienstag im Hyde Park eröffnet worden war, ist gegen derartige Regenmassen nicht gewappnet. Blätter verstopften den Filter, der Brunnen lief über. Der Park von Kew Gardens bei London und die Blumenshow im Palast von Hampton Court wurden geschlossen.

Das Wetteramt warnte vor weiteren Stürmen und Regenfällen, die auch den Osten und Norden Englands treffen sollen



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