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Unwetteralarm: Angst vor "Emma" - Meteorologen warnen vor lebensgefährlichem Sturm

Die Bahn schlägt Alarm, "Wetten, dass..?" ändert sein Programm, ein Bundesligaspiel fällt aus: Deutschland bereitet sich auf Sturm "Emma" vor. Am Wochenende stehen schwere Unwetter bevor, Meteorologen warnen sogar vor "lebensgefährlichen" Spaziergängen.

Hamburg - Das ZDF muss wegen des angekündigten Orkantiefs "Emma" seine Stadtwette in der "Wetten, dass..?"-Show in Halle an der Saale verlegen. Statt auf dem Marktplatz werde sie nun auf dem Messegelände ausgetragen, hieß es. Auch das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart entfällt. Für das Stadtgebiet Cottbus ist ein Orkan angekündigt worden.

Ganz Deutschland wartet auf "Emma": Schwere Stürme und Gewitter mit Orkanböen werden nach Vorhersage der Meteorologen am Wochenende über das Bundesgebiet hinwegfegen. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 135 Kilometern pro Stunde drohten Dachziegel und andere Gegenstände umherzufliegen, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Die Bahn trifft Vorkehrungen für mögliche Sturmschäden. Mehrere hundert Beschäftigte seien bundesweit in erhöhter Alarmbereitschaft, teilte der Konzern mit. Sie sollen sich bei Bedarf "in kürzester Zeit" um Reisende kümmern oder Sturmschäden durch umgestürzte Bäume beseitigen. Unter der kostenlosen Servicenummer 08000/99 66 33 gibt es Auskünfte.

Die Feuerwehr rief dazu auf, während der Unwetter morgen und am Sonntag die Wohnung nicht zu verlassen. "Instabile Bäume und herabfallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach", erklärten die Experten. Bereits in der Nacht zu morgen werde das Orkantief "Emma" von Westen her schwere Stürme und Orkanböen nach Deutschland treiben, warnte der Wetterdienst. Der Höhepunkt der Sturmentwicklung liegt demnach in den Nachmittags- und Abendstunden.

"Der Samstags-Spaziergang im Wald kann nur als lebensgefährliches Abenteuer gewertet werden, von dem unbedingt abzuraten ist", sagte der DWD-Meteorologe Ansgar Engel. Im Lauf des Sonntags ziehe der Sturm allmählich nach Osten ab. Wegen der beschädigten Bäume sollten Wälder jedoch auch in den kommenden Tagen gemieden werden.

Für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen sprachen die Meteorologen Unwetterwarnungen vor Orkanböen aus. Auch für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen warnte der Wetterdienst vor Orkanböen. Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind ebenfalls betroffen. Die Warnungen würden zudem voraussichtlich auf weitere Bundesländer ausgeweitet, kündigten die Experten an.

Der Deutsche Feuerwehrverband rief die Bevölkerung auf, Fahrzeuge an sicheren Orten abzustellen und Keller frühzeitig vor möglichen Überflutungen zu schützen. Gefahrenstellen und Schäden sollten den Rettungskräften unter der Notrufnummer 112 mitgeteilt werden. Bestehe keine akute Gefahr, solle mit Anrufen jedoch bis zum Ende des Unwetters gewartet werden.

Autofahrer sollen aufpassen

Der Auto Club Europa (ACE) riet besonders Autofahrern zur Vorsicht. "Die Windgeschwindigkeit wird sich der auf Autobahnen empfohlenen Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde annähern. Das ist schon sehr heftig", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Bei orkanartigen Böen sollten selbst schwere Motorräder beim Parken gegen Umkippen gesichert und Fahrzeuge generell nicht in der Nähe von älteren Gebäuden, Baustellen und Bäumen abgestellt werden.

Am besten sei es, Fahrzeuge während des Sturms nicht zu benutzen, empfahl der ACE. Wer dennoch auf die Straße müsse, solle langsam und vorausschauend fahren. Die Gefahr heftiger Seitenwinde sei besonders beim Passieren von Lärmschutzwänden, Brücken, Waldschneisen, Tunnelausfahrten und Häuserschluchten groß. Autodachträger, Radträger oder Skiboxen sollten demontiert werden.

Trotz der Stürme bleiben die Temperaturen weiter mild: Morgen steigen die Höchstwerte laut Vorhersage auf acht Grad im Nordosten und 13 Grad im Südwesten. Auch am Sonntag bleibt es mit Höchsttemperaturen zwischen acht und 13 Grad voraussichtlich ungewöhnlich mild, am Oberrhein werden teils 15 Grad erreicht.

Am Montag soll es bei überwiegend dicht bewölktem Himmel regnen, nur südlich der Donau ist es zunächst etwas freundlicher. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen sieben Grad im Küstenumfeld und 14 Grad im Süden. Bis zur Wochenmitte bleibt es wechselhaft und wird etwas kühler.

jdl/AP/dpa

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