"Upskirt"-Bilder US-Bundesstaat verbietet heimliche Fotos unter Röcke

Wer im US-Bundesstaat Massachusetts heimlich unter Röcke fotografiert oder filmt, riskiert ab sofort zweieinhalb Jahre Haft. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Parlament im Eiltempo - Hintergrund ist ein umstrittenes Gerichtsurteil.

Frau in Minirock (Archiv): Gesetz zu "kriminellem Voyeurismus"
DPA

Frau in Minirock (Archiv): Gesetz zu "kriminellem Voyeurismus"


Boston - Der US-Bundesstaat Massachusetts hat ein Gesetz erlassen, das sogenannte Upskirt-Fotos unter Röcke anderer Menschen verbietet. Das eilig verfasste und von Gouverneur Deval Patrick unterzeichnete Gesetz zu "kriminellem Voyeurismus" ist ab sofort gültig. Für heimliche Aufnahmen des Intimbereichs Fremder drohen in Massachusetts ab sofort zweieinhalb Jahre Haft, bei entsprechenden Aufnahmen von Minderjährigen sogar fünf Jahre.

Hintergrund war der Fall eines Mannes, der in der U-Bahn mit seinem Handy unter die Röcke mehrerer Frauen fotografiert hatte. Einen Tag nach der Tat im Jahr 2010 wurde er festgenommen. In einem umstrittenen Urteil erklärte der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats am Mittwoch solche Fotos nur dann für illegal, wenn der Intimbereich "nackt oder teilweise nackt" zu sehen sei. Sei die gefilmte oder fotografierte Person dagegen vollständig bekleidet, griffen die bestehenden Gesetze nicht.

Das Parlament reagierte prompt und verabschiedete die neue Regelung, die Gouverneur Patrick rund 48 Stunden nach dem Urteil unterzeichnete. "Wir senden damit die Botschaft, dass es moralisch verwerflich ist, eine Frau unter ihrer Kleidung zu filmen oder zu fotografieren", teilte Senatspräsidentin Therese Murray in einer Stellungnahme mit. "Wenn Sie es trotzdem tun, werden wir Sie in Massachusetts ins Gefängnis bringen."

rls/dpa/AFP/AP



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