Uralter Schiffswrack-Champagner "Überhaupt kein Bubbel mehr drin"

Dutzende Flaschen mit 200 Jahre altem Champagner konnten Taucher auf einem Wrack nahe der finnischen Aland-Inseln bergen. Jetzt wurden einige der Schaumweine ihren Produzenten zugeordnet - unter anderem der Kellerei Veuve Clicquot. Besonders lecker sind sie offenbar trotzdem nicht.

REUTERS/ Lehtikuva

Mariehamn - Im Sommer hatten Taucher aus dem vor etwa 200 Jahre gesunkenen Schiff in der Ostsee 168 Champagnerflaschen geborgen, von denen sich etwa 70 als völlig intakt entpuppten. Mindestens drei von ihnen stammen aus der französischen Kellerei Veuve Clicquot. Das hätten Experten nach einer Untersuchung der Brandmarken auf den Korken festgestellt, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Weitere Flaschen wurden der nicht mehr existierenden Kellerei Juglar zugeschrieben.

Wie die österreichische Zeitung "Die Presse" berichtete, durften Medienvertreter am Mittwoch auf den finnischen Aland-Inseln den ältesten noch trinkbaren Champagner probieren. Der Veuve Clicquot habe wie ein Dessertwein geschmeckt, "sehr, sehr süß und überhaupt kein Bubbel mehr drin", zitiert das Blatt eine deutsche TV-Reporterin. Das Bouquet sei "eher streng" gewesen. Ein französischer Tester erklärte, der Schaumwein der Marke "Juglar" habe ebenfalls süß, insgesamt aber "wesentlich besser" geschmeckt.

Die aländische Kulturministerin Britt Lundberg kündigte der "Presse" zufolge an, einen Teil der in dem Wrack gefundenen Flaschen künftig in einer alljährlichen Auktion versteigern zu wollen. Sie rechne mit Preisen von bis zu 50.000 Euro pro Flasche, hieß es.

Historikern zufolge sank der Zweimaster mit den kostbaren Flaschen an Bord zwischen 1825 und 1850 auf dem Weg von Deutschland nach Finnland.

ala/dapd

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